Praktiker: Finanzinvestor Vedder prüft Einstieg

Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Datum: 09.07.2012

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Kirkel (BoerseGo.de) – Der kriselnden Baumarktkette Praktiker könnte ein neuer Investor auf die Sprünge helfen. „Wir prüfen, ob und wie wir uns engagieren", sagte der Finanzinvestor Clemens Vedder der "Wirtschaftswoche". Dem Wirtschaftsmagazin zufolge war ein Vertrauter des Investors bereits bei der Hauptversammlung von Praktiker am vergangenen Donnerstag zugegen und stellte knapp 50 Fragen an Vorstand und Aufsichtsrat der Baumarktkette.

Die Praktiker-Aktionäre hatten in der Nacht zum Donnerstag eine Kapitalerhöhung von 60 Millionen Euro genehmigt und damit den Weg für einen Sanierungsplan frei gemacht. Damit kann nun ein Darlehen des US-Investors Anchorage fließen. Zuvor hatten die Vorstände vor der Pleite gewarnt, sollten die Aktionäre ihre Zustimmung verweigern.

Dennoch bleibt die Kritik an dem Einstieg des US-Finanzinvestors Anchorage und dessen Hochzinskredit von 85 Millionen Euro bestehen. Bereits auf der Hauptversammlung hatte es turbulente Debatten gegeben. So hat die österreichische Fondsmanagerin Isabella de Krassny, die 15 Prozent der Praktiker-Stimmrechte hält, zwar dem Finanzierungskonzept des Vorstands im Grundsatz zugestimmt. Sie suche aber offenbar weiter nach Alternativen, um den umstrittenen Kredit des US-Finanzinvestors Anchorage durch ein eigenes Darlehen zu ersetzen, schreibt die "Wirtschaftswoche". In diese Bresche könnte nun Vedder mit seiner Fondsgesellschaft Goldsmith Capital Partners springen und de Krassny zur Seite stehen. Ein Sprecher von Praktiker wollte am Sonntag zu der Ankündigung von Vedder konkret keine Stellungnahme abgeben.

Im "Focus" verwehrte sich Praktiker-Chef Kay Hafner unterdessen gegen jegliche Kritik an dem Hochzinskredit von Anchorage. „Die Konditionen des uns von Anchorage angebotenen Kredits sind nicht horrend, sondern unter den gegen Umständen marktgerecht“, sagte Hafner. Eine Alternative habe es nicht gegeben.

Im August sollen die ersten sieben Märkte der aktuell 234 blauen Filialen auf die gelbe hochpreisigere Marke Max Bahr umgestellt werden.

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Bernd Lammert,
Redakteur

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