Wolfsburg/ München/ Stuttgart (BoerseGo.de) - Der Volkswagen-Konzern drückt bei der geplanten Übernahme des Sportwagenherstellers Porsche aufs Gaspedal. Schon am 14. Februar soll sich der Aufsichtsrat in einer Sondersitzung mit dem Übernahmekonzept auseinandersetzen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ist ein schlüssiges Modell bereits ausgearbeitet und auch schon dem Finanzministerium übermittelt worden.
Dem Bericht zufolge soll Porsche aus steuerlichen Gründen nicht direkt übernommen, sondern über eine Zwischenholding in die VW AG eingegliedert werden. Das drücke die Steuerlast von einer Milliarde auf einige hundert Millionen Euro, hieß es. Zudem lasse sich VW garantieren, dass keinerlei Risiken mitübernommen werden.
Denn Anleger, Banken und Fonds haben gegen Porsche Schadenersatzklagen über insgesamt fünf Milliarden Euro erhoben. Der Sportwagenbauer habe die Anleger bei den Übernahmeplänen von VW in 2008 getäuscht, der Schaden sei durch enorme Kursverluste entstanden, lautet die Begründung.
Der Münchener Anwalt Franz Braun, der internationale Investoren gegen die Porsche Holding vertritt, sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) von Samstag, er werde die geplante Fusion notfalls „mithilfe eines Arrestantrags“ verhindern. Der Antrag soll auf eine Pfändung der Aktien der Porsche AG hinauslaufen, falls diese tatsächlich in eine Zwischenholding eingebracht werden sollten. "Wenn die Holding die Anteile an der Porsche AG an VW oder eine Zwischenholding veräußert, würde ich den Arrest durch Pfändung der Aktien der Porsche AG vollziehen lassen", sagte Braun. Denn ohne die Beteiligungen könnte es für seine Mandanten schwieriger werden, ihre Schadenersatzansprüche gegen die Holding auch durchzusetzen.
Die angedrohte Pfändung der Aktien sieht man bei Volkswagen laut der SZ als "juristischen Unsinn" an. Die Porsche Holding habe mit ihren 50,7 Prozent an Volkswagen und einem möglichen Verkaufserlös für die Anteile an der Porsche AG genügend Mittel für etwaige Schadenersatzzahlungen. Ein VW-Sprecher wollte sich gegenüber der SZ nicht zum weiteren Vorgehen in Sachen Porsche äußern.
Bernd Lammert
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