Frankfurt (BoerseGo.de) - Im Oktober stand an den Kapitalmärkten vor allem die Politik wieder im Vordergrund. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten von East Capital in einem aktuellen Marktkommentar. "Die Schlüsselbegriffe sind Haircut, EFSF und Rekapitalisierung der Banken", so Marcus Svedberg, Chefvolkswirt von East Capital in seiner Analyse. Anstatt auf 21 Prozent, sollen Privatgläubiger nun auf 50 Prozent ihrer Investments verzichten. Wie diese Quote genau berechnet werden soll und wie freiwillig dieser "Haircut" geschieht, wurde allerdings nicht beschlossen, so der Volkswirt weiter. Als größten Erfolg nennt Svedberg den Beschluss des Euro-Rettungsschirms EFSF von 440 Milliarden Euro, der bis auf 1 Billionen Euro erhöht werden könnte. "Wie genau das geschehen soll, ist aber noch offen", kommentiert der Experte.
Europas größte Banken sollen nicht nur eine Eigenkapitalquote von 9 Prozent erreichen, sie müssen sich das Geld auch entweder vom Markt oder von der jeweiligen Regierung beschaffen, bevor sie sich an den EFSF wenden können. Die Märkte schienen mit den Ergebnissen zufrieden zu sein, wahrscheinlich weil die Erwartungen schon sehr gering waren. "Doch dann brach das Griechenland-Drama aus und wir wissen immer noch nicht wie das enden wird", so Svedberg.
Eines sei nach Ansicht des Experten jedoch sicher: Die Märkte bleiben volatil und man sehe wie leicht kleine Peripherieländer wie die Slowakei und Griechenland nicht nur die Finanzmärkte, sondern auch die globale Wirtschaftspolitik beeinflussen können. "Das ist beunruhigend und ein Zeichen für die fragile Gesamtsituation", meint Svedberg.
Sebastian Weber,
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