Neumarkt (BoerseGo.de) - Der kriselnde Holzverarbeiter und Möbelzulieferer Pfleiderer hat vorläufige Eckpunkte zu seiner finanziellen Gesundung veröffentlicht. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, ist ein Forderungsverzicht der Gläubiger auf die Finanzverbindlichkeiten von 40 % vorgesehen. Zudem erhält Pfleiderer einen zusätzlichen Kreditrahmen von 100 Millionen Euro.
Für die Aktionäre ist der Preis hoch: Denn sie werden künftig kaum noch Einfluss haben. Um die Pleite des mit einer Milliarde Euro verschuldeten Konzerns abzuwenden, ist ein Kapitalschnitt vorgesehen. Die bisherigen Aktionäre werden künftig nur noch mit einem Prozent am Unternehmen beteiligt sein.
Zusätzlich plant Pfleiderer eine Barkapitalerhöhung in Höhe von 100 Millionen Euro. Davon sollen 60 Millionen Euro von den Gläubigern erbracht werden, während 40 Millionen Euro von den Aktionären oder sonstigen Dritten kommen sollen. Die Gläubiger erhalten zudem mehr Macht: Nach Vollzug der Kapitalerhöhung sollen sie mindestens 80 % am erhöhten Grundkapital halten. Gläubiger, die auf 40% ihrer Forderungen verzichten, sich aber nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen wollen, erhalten Optionsanleihen, die unter bestimmten Bedingungen in Aktien gewandelt werden können.
Alle Angaben sind vorläufig und vorbehaltlich der Zustimmung durch die Gläubiger und der Unterzeichnung der entsprechenden Verträge, was bis Mitte Mai 2011 erwartet wird.
Für 2010 wies Pfleiderer einen Nettoverlust von 345 Millionen Euro aus. 2009 hatte das Minus bei 57 Millionen Euro gelegen.
Bernd Lammert
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