Dabei lässt die anziehende Nachfrage nach spezialisierten Großschiffen schon heute gute Geschäfte erwarten. Neben vielen Projekten in europäischen Gewässern haben die Bauarbeiten am ersten deutschen kommerziellen Windpark Ende März 2010 begonnen: Im Rahmen von Bard Offshore 1 sollen in diesem Jahr 50 von 80 Anlagen rund 90 Kilometer nördlich der Insel Borkum errichtet werden. Die Bard-Gruppe als Offshore-Windanlagenbauer will in den kommenden Jahren drei lose zusammenhängende Windparks in der Nordsee mit 205 Anlagen errichten. Das kürzlich fertiggestellte Spezialschiff „Wind Lift 1“ kommt in diesem Zusammenhang zum Einsatz: Das im litauischen Klaipeda gebaute und in den Emder Nordseewerken ausgerüstete Schiff, eigentlich eine Arbeitsplattform, ist 104 Meter lang und kann vier 70 Meter lange Stelzen absenken und sich damit am Meeresgrund aufbocken. Der auf dem Hauptdeck installierte Kran mit einer Hakenhöhe von 121 Metern hebt Lasten bis zu 500 Tonnen.
Nach Besitzerwechsel sehen sich Nordseewerke in ruhigerem Fahrwasser
Für die Nordseewerke im ostfriesischen Emden ist der Offshore-Boom im wahrsten Sinne des Worte die Rettung: ThyssenKrupp hat angesichts des dramatischen Nachfragerückgangs bei Containerschiffen die Werft nicht zugemacht, sondern verkaufen können. Seit Oktober 2009 lässt der rheinland-pfälzische Windanlagenhersteller Siag Schaaf Industrie AG Stahlrohrtürme für Offshore-Anlagen bauen. 40 Mio Euro sollen in den Standort investiert werden, damit zusätzlich auch Offshore-Gründungsstrukturen für Windräder und Plattformen für Umspannstationen auf See hergestellt werden können. „Ab 2012 werden wir einen richtigen Boom bei der Offshore-Windkraftnutzung erleben“, verheißt Siag-Chef Rüdiger Schaaf.

Verladestation im Blexer Bogen: In Bremerhaven soll bis 2014 von privaten Investoren ein Drehkreuz für Offshore-Windanlagen in der Nordsee gebaut werden.
Helge Rehbein,
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