Washington / San Francisco (BoerseGo.de) - Im Vorfeld des heute um 20.15 Uhr MEZ erwarteten Zinsentscheids und Kommentars durch den von Ben Bernanke geleiteten Offenmarktausschuss der Federal Reserve sorgt eine Expertenstudie für Erregung. Darin warnen zwei Ökonomen vor einem Rückfall der US-Wirtschaft in die Rezession. Wie aus Medienberichten zu entnehmen ist hält der an der Universität von Kalifornien tätige Wirtschaftsprofessor Oscar Jorda ab kommenden Sommer in den USA eine deutliche Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven für wahrscheinlich. Die Konjunkturdaten der nächsten zehn Monate dürften jedoch noch keine klaren Hinweise dafür geben. Unterstützt wird Jorda in dieser Analyse von seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Travis Berge. Jorda ist derzeit Gastprofessor an der Federal Reserve. Zur Erstellung ihrer Prognosen ziehen die beiden Experten unter anderem den vom Marktforschungsinstitut Conference Board herausgegebenen Index zu den wirtschaftlichen Frühindikatoren heran. Dieser Indikator setzt sich aus zehn Teilkomponenten zusammen. Zuletzt sind die Frühindikatoren um 0,2 Prozent gesunken. Dennoch hält noch immer ein großer Teil unter den Volkswirte einen Rückfall in die Rezession für unwahrscheinlich.
Innerhalb der Federal Reserve setzten nach den vermehrten Anzeichen für ein Nachlassen der konjunkturellen Erholung Diskussionen über neue Maßnahmen zur Ankurbelung des Wachstums ein. Dabei habe die Fed die Möglichkeit über Erlöse aus fällig gewordenen Wertpapieren ihrer Bilanz, neue Papiere wie etwa Staatsanleihen aufzukaufen. Weiters könne die Fed ihr Zinsversprechen an konkrete Bedingungen wie die Höhe der Arbeitslosenrate knüpfen. Darüber hinaus sei eine Senkung des Einlagezins in Betracht zu ziehen. In diesem Fall erhalten Banken die ihr Geld bei der Notenbank parken von dieser eine geringere Verzinsung. Dadurch könnten Banken zur stärkeren Vergabe von Krediten ermutigt werden.

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