Ökonom: Industrieländer droht Insolvenz, falls keine Maßnahmen erfolgen

Kategorie: US-Markt News | Fundamentalanalyse / Research | Asien-News | Deutschland, Europa | Trackbox US | Top-Artikel | Datum: 08.01.2010

Berlin (BoerseGo.de) - Der Deutsche Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer hat gegenüber dem “Handelsblatt” wachsende Sorgen über die Sicherheit von Staatsanleihen bekundet. Die Krisenfälle Griechenland und Dubai seien nur der Anfang. Von den großen Volkswirtschaften seien vor allem Japan und Großbritannien von Problemen bedroht. In Japan betrage die Staatsverschuldung mittlerweile 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Weiters sehe sich das Land mit Deflation und Überalterung konfrontiert. Es stelle sich zu Japan die Frage, wer der älteren Generation die zu 90 Prozent im Inlandsbesitz befindlichen Rentenpapiere abkaufen soll. Für Großbritannien gebe es Risiken durch die Exponierung des Landes in den Finanz-und Immobiliensektor, wo die Finanzkrise ihren Ursprung fand. Zudem stecke Großbritannien als einziges G20-Land noch immer in der Rezession. Das Risiko einer unmittelbaren Zahlungsunfähigkeit würden vor allem Länder tragen, die keine Hoheit über die eigene Währung haben, wie etwa Griechenland oder Irland. Großbritannien drohe eine Entwertung der Staatsschuld durch Inflation.

Eine Sozialisierung der privaten Schulden habe im Rahmen der aktuellen Krise anders als in den 30er-Jahren eine Depression abgewendet. Die in 2009 eingetretene Erholung habe die Konsequenz, dass die Risiken in die Länge gezogen worden sind. In 2010 müsse die Kontrolle über Staatsschulden und Geldvermehrung zurückgewonnen werden. Mayer fordert weiters für Jahresmitte Zinsanhebungen von der amerikanischen Notenbank und der europäischen Zentralbank. Für Jahresende halte er in den USA und im Euro-Raum einen Leitzins von 1,2 Prozent sowie 2 Prozent für angemessen.

Falls die Industrieländer nicht spätestens ab 2011 ihre Haushalte konsolidieren drohe diesen über kurz oder lang die Insolvenz. Die Prognosen für die Zukunft würden langsam Gestalt annehmen. So lasse sich die finanzielle Belastung durch die Überalterung der Gesellschaft und den damit verbundenen Pensionsaufwendungen und medizinischen Kosten nicht mehr ausblenden. Diese langfristigen Probleme müssten bei den Budgeterstellungen zur Berücksichtigung gelangen. Ein mangelndes Wirtschaftswachstum dürfe nicht als Grund dienen, um die notwendige Konsolidierung aufzuschieben, führte Mayer weiter aus.  

Bild: ©iStockphoto.com/gary718

Diskussion zu diesem Artikel:

  • 1

    ludwig schrieb am 08.01.10 um 13:42 Uhr:

    Blödsinn(!): Zitat: "Eine Sozialisierung der privaten Schulden ..." Das ist keine Sozialisierung der privaten Schulden, sondern eine Enteignung der Sparer und Rentner durch den Staat. Eigentlich hätten die Schuldner (Banken) Insolvenz anmelden müssen. Wenn man die Banken (Schuldner) gegenüber dem Sparer (Gläubiger) rettet, dann hat man den Sparer enteignet. Der Schuldner ist seine Schuld los, wer wird jetzt die Leistung, welche der Sparer bei der Bank inform von Geld hinterlegt hat, erbringen? Die Bank wird es nicht sein. Der Sparer wurde betrogen und hat kein Geld mehr. Die Depression ist nur aufgeschoben bis zu dem Zeitpunkt, da dem Sparer die Augen aufgehen.
    Hallo, hallo Herr Chefvolkswirt T. Mayer ! Die Banken haben niemals die Kontrolle über das Gelddrucken verloren. Die Geldvermehrungsmaschine läuft nach wie vor. Aufwachen Herr Mayer! Kontrolle über die Staatsschulden? Es würde genügen, wenn Sie als Volkswirt die Immoblase prognostiziert und in Ihrer Bank die Weichen richtig gestellt hätten. Wenn dann der Staat ohne Zustimmung des Steuerzahlers Ihnen aus der Patsche hilft, dann ist das nichts anderes als ein sozialer Akt der Politik an Ihnen. Auf diese Weise wurde Ihre Gehaltszahlung fortgeführt und nicht eingestellt.

  • 2

    einfach.so schrieb am 08.01.10 um 14:33 Uhr:

    WAS IST GELD
    Geld ist doch nur gespeicherte Abeit, man produziert etwas oder erbringt eine Dienstleistung und tauscht dies gegen Geld. Erst wenn das Geld ausgegeben wird, dann tauscht man es wieder gegen Arbeit ein.
    Dies ist genial, denn so kann man das Geld aufbewhren oder aber der Bank geben. Die Bank lehnt dieses Geld aus, das ist genau gleich wie wenn ich anstelle des Geldes arbeiten würde, dafür erwate ich einen Lohn - dies ist der Zins. Die Bank ist wie eine Temporärarbeiterfirma, sie leiht Arbeiter aus.
    So, und nun kommt der Staat und gibt der Bank gratis Geld - dann nimmt doch die Bank mein Geld nicht mehr, sondern das Gratisgeld vom Staat oder aber ich bekomme keinen Zins mehr. Das heisst meine Arbeit ist nichts mehr wert, das Geld und die Arbeit wird entwertet. Alle Sparer und Rentner sind die beschissenen, sie verlieren ihre Ersparnisse.
    Unsere Politiker, die diesen Unsinn unterstützen zerstören damit den Wohlstand. Alle werden immer mehr vom Staat abhängig, dessen Einfluss wächst, die Macht der Politiker wächst, am Schluss haben wir Kommunismus in Reinkultur.
    Roli

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