Berlin (BoerseGo.de) – Einem Zeitungsbericht zufolge setzt sich die Ratingagentur Moody’s gegen eine geplante Einschränkung durch die Europäische Kommission zur Wehr. In einem Brief an den polnischen Finanzminister Jan Vincent-Rostowski, der gerade den Vorsitz des Europäischen Finanzministerrats innehat, warnt die Agentur der Tageszeitung „Die Welt“ (Montagausgabe) zufolge vor gravierenden Folgen.
Die geplanten Beschränkungen würden „den Zugang europäischer Länder und Unternehmen zum Kapitalmarkt zum Erliegen bringen“, hieß es in dem Schreiben vom vergangenen Montag, das der Zeitung vorliegt. Die Regulierungen würden zudem „die Volatilität auf den europäischen Kreditmärkten erhöhen“.
Besondere Beachtung verdiene dabei der Umstand, dass sich Moody’s nicht direkt an die Kommission wendet, sondern an den Ratsvorsitzenden. „Wir haben den Brief an den Rat der Finanzminister vor allem geschrieben, weil die Qualität des Dialogs mit der Kommission dürftig ist“, erklärte Moody’s-Europachef Frederic Drevon gegenüber „Welt Online“.
Gemeint ist der Zeitung zufolge der zuständige EU-Binnenkommissar Michel Barnier. Dessen Gesetzes-Änderungsentwurf ist noch nicht einmal offiziell präsentiert worden und schon reagierte Moody’s mit dem Beschwerdebrief. Man wollte nicht erst bis zur Präsentation warten, denn „manche der Maßnahmen würden den Ratingagenturen die Möglichkeit rauben, ihre eigene Meinung zu sagen“, so Drevon. Barnier begründete die geplante Verschärfung des erst zwei Jahre alten EU-Gesetzes so: „Unsere erste Regulierung ging nicht weit genug.“
Eine Antwort hat Moody’s noch nicht erhalten.
Susanne Schulz
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