Moody’s „adjustiert“ Ratings für europäische Staaten – nach unten

Kategorie: boerse-go: Research | Datum: 14.02. 12:00

• Die Ratingagentur Moody’s änderte gestern ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit einer Reihe von europäischen Staaten. Für drei Länder verschlechterte sich lediglich der Ausblick, fünf Länder wurden um einen „Notch“ herabgestuft, Spanien erlitt eine Herabstufung um zwei Notches. Zypern’s Rating ist seit November 2011 auf dem Prüfstand, bei Griechenland wartet die Agentur die Klärung über die Schuldenrestrukturierung des Landes ab. Details zum Thema Großbritannien erfahren sie zeitgleich in einem gesonderten „News Flash Compact“.

• Länderübergreifend begründete die Agentur die als „Adjustierung“ bezeichnete Herabstufung mit der Unsicherheit über die Zukunftsaussichten für die fiskal- und wirtschaftspolitischen Reformen des institutionellen Rahmenwerks der Eurozone und der Unsicherheit über die Ressourcen, die zur Krisenbekämpfung eingesetzt werden. Ferner bedrohe ein zunehmend schlechterer makroökonomischer Ausblick die Einführung von lokalen Austeritätsprogrammen und die Strukturreformen zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit. Den Hinweis auf die „Unsicherheit der Ressourcen“ kann man als verklausulierte Kritik an der Nichtanwendung noch expansiverer Lösungsansätze bei der Staatsschuldenkrise verstehen.

• Im Fall Spanien bezweifelt die Agentur die erfolgreiche Reduzierung des Haushaltsdefizits nach Budgetüberschreitungen bei den Regionalregierungen, die zu einem weiteren Anstieg der schnell steigenden Verschuldungskennziffern führen könnten. Die Agentur argumentiert damit, dass die Sparanstrengungen beim Budget die spanische Wirtschaft belasten, was wiederum die Profitabilität der spanischen Banken zu einem Zeitpunkt belastet, wo sie ihre Bilanzen aufräumen müssen.

• Fazit: Das Hauptaugenmerk der Ratingänderungen von Moody’s muss diesmal nicht den Herabstufungen, sondern den Änderungen des Ausblicks gelten. Der negative Ausblick für Großbritannien sorgt für eine kleine Differenzierung zum als „stabil“ angesehenen Deutschland. Bei Österreich und insbesondere Frankreich muss deren Bedeutung für die EFSF als Garantiegeber mit bisher erstklassigem Rating im Hinterkopf behalten werden.

Quelle: Nord/LB

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