Die anhaltenden Unsicherheiten in Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise lasteten weiterhin auf den deutschen Mid Caps. Da nützte es auch wenig, dass die jüngsten Konjunkturdaten besser als erwartet ausfielen. So nahm die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal 2011 wieder etwas mehr Fahrt auf. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nach Zuwächsen von 0,3 Prozent im zweiten Quartal 2011. Auch der ifo-Geschäftsklima fiel im November 2011 besser als erwartet aus. Der Index erhöhte sich leicht auf 106,6 Punkte, nach 106,4 Punkten im Vormonat. Damit hat sich das Geschäftsklima erstmals seit vier Monaten wieder etwas aufgehellt.
Weiterhin gut läuft es auch bei vielen deutschen Unternehmen. So liegt die auf den Mittelstand spezialisierte Beteiligungsgesellschaft lndus nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011 weiter auf Rekordkurs. Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 826,7 Mio. Euro. Der Periodenüberschuss zog von 30,7 Mio. auf 51,4 Mio. Euro an. Für das Geschäftsjahr 2011 erhöhte Indus die Prognose und erwartet nun einen Umsatz von mehr als 1,1 Mrd. Euro sowie ein EBIT von rund 115 Mio. Euro. Verantwortlich hierfür ist die anhaltend hohe Nachfrage bei den Tochtergesellschaften aus den Bereichen Metallverarbeitung, Maschinenbau und der Automobilindustrie. Die Ergebnisse übertrafen deutlich die Schätzungen der Analysten. Entsprechend positiv fiel die Reaktion der Anleger aus. Die Indus-Aktie legte nach Veröffentlichung der Zahlen deutlich zu. Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild allerdings wenig verändert. Nachdem die Aktie Anfang August deutlich eingebrochen war, pendelt sie nun seit mehreren Wochen in einer vergleichsweise engen Tradingrange zwischen 19,50 und 17,50 Euro. Angesichts der positiven Unternehmenszahlen stehen die Chancen jedoch gut, dass die Aktie demnächst nach oben ausbrechen wird. In diesem Fall dürfte es zügig in Richtung 22 Euro gehen. Die Anleger sollten die Aktie auf die Watchlist setzen.
Auch Südzucker überraschte die Analysten mit einer Prognoseanhebung. Die hohen Weltmarktpreise bei Zucker bescherten dem Unternehmen im Herbst satte Gewinne. Statt bisher 6,5 Milliarden Euro peilt das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2011/12 nun einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro an. Im vergangenen Jahr hatte Südzucker 6,2 Milliarden Euro umgesetzt. Beim operativen Konzernergebnis wurde das Ziel von bisher mehr als 600 Millionen Euro auf rund 750 Millionen Euro erhöht. Vor einem Jahr verdiente Südzucker 519 Millionen Euro. Die neue Prognose lag deutlich über den bisherigen Marktschätzungen. Die Aktie konnte nach der Präsentation der Zahlen gegen den Trend zulegen. Allerdings wartet nun im Bereich von 22,50 Euro ein charttechnischer Widerstand. Erst wenn diese Marke überwunden wird, ist mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung zu rechnen.
Zu den Aktien, die derzeit durch ihre Relative Stärke überzeugen, gehört auch KWS Saat. Der eher defensive Wert hat die jüngste Korrektur an den Märkten vergleichsweise gut überstanden. Dies sollte sich angesichts der positiven Entwicklung bei dem Saatzuchtunternehmen kurzfristig auch nicht ändern. KWS Saat steigerte den Umsatz im ersten Quartal um gut 30 Prozent auf 93,1 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um fast 6 Prozent auf -22,6 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis ist in dieser Phase traditionell negativ, da die Hauptumsatzträger Mais und Zuckerrüben erst im Frühjahr angebaut werden. Die bisherigen Jahresprognosen wurden bestätigt. KWS Saat erwartet weiterhin ein Umsatzvolumen von rund 910 Mio. Euro bei einer EBIT-Marge von gut 11 Prozent. Die Aktie von KWS konnte dank der positiven Zahlen gegen den Trend Boden gutmachen. Sollte nun auch noch der charttechnische Widerstand bei 152 Euro genommen werden, dürfte der Titel weiter an Fahrt gewinnen.
Von Ralf Rockenmaier

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