Mid Cap Report: Delticom gibt Gas

Kategorie: Midcaps Weekly | Datum: 21.10.2011

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delayed 41,90 -0,30% mehr Optionen
delayed 62,39 2,45% mehr Optionen

Die Mid Caps zeigten sich im Wochenverlauf uneinheitlich. Viele Anleger wollten erst einmal abwarten, ob bei den anstehenden zwei EU-Gipfeln der Durchbruch in der europäischen Schuldenkrise gelingen wird. Dies scheint dringlicher denn je. So zeichnet sich immer mehr ab, dass die Unsicherheiten an den Finanzmärkten zunehmend Bremsspuren in der realen Wirtschaft hinterlassen. So hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Oktober erneut eingetrübt. Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 107,4 Punkten im Vormonat auf 106,4 Punkte. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Lagebeurteilung gaben weiter nach. Zwar hatten Volkswirte mit einem etwas stärkeren Rückgang auf 106,2 Punkte gerechnet. Dennoch spiegeln die Zahlen die zunehmenden Unsicherheiten in den deutschen Vorstandsetagen wider.

Allerdings sind nicht alle Branchen gleichermaßen davon betroffen. Es gibt nach wie vor Unternehmen, die sich trotz der zunehmenden Konjunktursorgen blendend entwickeln. Hierzu gehört unter anderem Delticom. Der Internet-Reifenhändler steigerte den Umsatz im in den ersten neun Monaten um 15,8% auf 297,7 Mio. Euro und das EBIT um 23,3% auf 28,2 Mio. Euro. Nach einem vergleichsweise schwachen Sommerreifengeschäft im zweiten Quartal zog ab August die Nachfrage für Sommerreifen und im weiteren Verlauf des dritten Quartals auch für Winterreifen spürbar an. Zwar liegt die Messlatte für das Schlussquartal nach dem letzten außergewöhnlichen Winter hoch. Dennoch zeigte sich Delticom zuversichtlich, diese Saison mehr Winterreifen verkaufen zu können als im vergangenen Jahr. Im Gegensatz zum letzten Winter, als es aufgrund der hohen Nachfrage zu Lieferengpässen kam, hat Delticom dieses Jahr ausreichend Lagerkapazitäten aufgebaut. Im zweiten Quartal wurde ein neues Großlager in Betrieb genommen. Da zudem der Verkauf von Reifen über das Internet immer mehr an Bedeutung gewinnt, verfügt Delticom auch langfristig über aussichtsreiche Wachstumschancen. Entsprechend positiv verlief zuletzt die Entwicklung des Aktienkurses. Der Titel hat die Korrektur an den Finanzmärkten gut überstanden und erreichte im Wochenverlauf mit 82 Euro sogar ein neues Jahreshoch. Allerdings litt der Wert zuletzt etwas unter Gewinnmitnahmen. Aus charttechnischer Sicht ist der Kurs nun wieder in den Bereich der Unterstützungszone bei 75 Euro zurückgekehrt. Wird diese Linie verteidigt, wovon man aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung ausgehen kann, dürfte ein neuer Anlauf in Richtung 80 Euro erfolgen.

Auch Dürr spürt bislang wenig von der befürchteten Konjunkturabkühlung. Der anhaltende Autoboom in aufstrebenden Regionen wie China sorgt bei dem Lackieranlagenspezialist weiterhin für glänzende Geschäfte. So lag der Umsatz im dritten Quartal mit 524 Mio. Euro um 56 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Das Nachsteuerergebnis erhöhte sich von 3,4 Mio. auf 19 Mio. Euro. Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 1,75 Mrd. auf 1,8 Mrd. Euro angehoben. Die EBIT-Marge soll statt der bisher erwarteten 4,0 bis 4,5 Prozent rund 5,0 Prozent erreichen. Das Nachsteuerergebnis dürfte infolge eines verbesserten Finanzergebnisses und einer rückläufigen Steuerquote sogar überproportional zulegen. Die Aktie von Dürr reagierte mit einem Kurssprung auf die positiven Zahlen. Kurzfristig dürfte der Kurs zwar erst einmal eine Verschnaufpause einlegen, zumal er im Bereich von 28,50 Euro auf eine Widerstandszone trifft. Anleger sollten die Aktie dennoch auf die Watchlist nehmen. Die Überwindung der Marke bei 28,50 Euro würde die Beendigung der Konsolidierungsphase signalisieren. Der Titel dürfte dann erneut Fahrt aufnehmen. Nächstes Ziel wäre dann das bisherige Jahreshoch bei 32 Euro.

Ein Blick könnte sich auch auf den Immobiliensektor lohnen. Nach dem Absturz im August konnten sich die Immo-Aktien zuletzt stabilisieren. Zudem scheint sich das Immobiliengeschäft wieder zu beleben. So meldete zum Beispiel DIC Asset die Übernahme der restlichen 50 Prozent an drei Joint Ventures mit Fonds, die von Morgan Stanley Real Estate Investing beraten werden. DIC Asset wird dadurch alleinige Eigentümerin eines Portfolios mit einem Marktwert von rund 190 Mio. Euro, das aus rund 20 Büro-Objekten in Berlin und Frankfurt besteht. Die durchschnittliche anfängliche Mietrendite bezogen auf den Kaufpreis liegt bei 7,7 Prozent. Es konnte dabei ein bedeutender Abschlag auf den bestehenden Substanzwert des Portfolios erzielt werden. Durch die jetzige Übernahme hat die DIC Asset ihr geplantes Portfoliowachstum von 200 bis 300 Mio. Euro für 2011 bereits erreicht: Auch bei der Aktie ging es zuletzt wieder aufwärts. Nachdem der Titel Anfang Oktober noch auf einem Jahrestief bei 5,40 Euro notiert hatte, konnte er zuletzt rund 20 Prozent zulegen. Sollte nun auch noch der Widerstand bei 6,50 Euro nachhaltig überwunden werden, eröffnet sich weiteres Aufwärtspotential in den Bereich um 7,60 Euro.

Von Ralf Rockenmaier

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