Frankfurt (BoerseGo.de) - Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" empfehlen sich von der Aktie von Microsoft fernzuhalten, solange das Papier unter 28,00 US-Dollar notiert. Aktuell (Montag) bewegt sich der Titel knapp über der Stopp-Marke bei 28,25 US-Dollar.
Wenige Monate vor dem geplanten Start seines Internet-Abo-Fernsehens drückte der US-Computerkonzern auf die Notbremse. Die Gespräche mit Medienkonzernen über Lizenzen für Fernsehsendungen und Filme seien auf Eis gelegt worden, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Microsoft habe entschieden, dass die Lizenzkosten nicht dem Geschäftsmodell des Konzern entsprächen.
Mit Microsoft TV wollte der Computerriese gegen eine monatliche Gebühr Programmalternativen zu lokalen Fernsehsendern und Satellitenkanälen anbieten. Dabei hatte Microsoft ein Geschäftsmodell ähnlich wie die Onlinevideothek Netflix im Blick. Der Konzern habe demnach anvisiert, auch Live-Sendungen und aktuelle Serien auszustrahlen, nur die Forderungen der Lizenzinhaber seien ihm anscheinend zu hoch gewesen, befürchtet der „Frankfurter Tagesdienst“. Für die Experten kein Wunder: Kabelbetreiber und Unterhaltungskonzerne dürften wenig Interesse haben, ihr bisheriges Geschäftsmodell auf diesem Weg zu gefährden.
Die Aktieninhaber sollten sich wegen dieses Rückzugs nicht enttäuscht zeigen, schreibt der Börsenbrief weiter. Die Pläne seien ohnehin nicht dazu angetan gewesen, ein Kassenschlager zu werden. Das Scheitern im frühen Stadium erspare Microsoft ein mögliches Millionengrab. Die Wettbewerber böten einen vergleichbaren Service schon seit mehreren Jahren, die Reviere seien weitestgehend abgesteckt.
Bernd Lammert
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