Frauen kosten Männer ein Jahr ihres Lebens. Das wird in dem Buch »Warten auf Frauen« amüsant aufgearbeitet.
Eigentlich jeder Bücher- oder Theater-Fan kennt »Warten auf Godot« von Samuel Beckett. Ein Drama. Zwei Akte. Als das Buch in den 50er Jahren erschien, gab es eine Welle der Empörung. Das Stück hatte kein Ende. Man wartet eben auf Godot – und bis zum Schluss kommt er nicht. Karge Handlung, karge Sprüche, karge Sprache. Der Nicht-Sinn des Stücks wurde schließlich im Laufe der Jahre zum Kult. »Warten auf Godot« als Bonmot ist mittlerweile ein Klassiker.

Eigentlich eine liebevolle Hommage an die Frauen: »Warten auf Frauen« (Bild: Amazon)
Heutzutage ist das Warten auf etwas vollkommen normal. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit zwischen Büro, PC, Smartphone und Facebook. Trader warten endlich auf die richtigen Ein- oder Ausstiegskurse. Facebook-Anwender warten auf Antworten ihrer virtuellen Freunde – und Männer warten anscheinend länger als ihnen lieb ist auf ihre Frauen.
»Das ist so und so bleibt es, Punkt!«, meint Autor Moritz Petz, der offensichtlich nicht nur klug genug war, über das Thema zu philosophieren, sondern nun auch das Buch »Warten auf Frauen« geschrieben hat. Nach seinen Recherchen wartet ein Mann in seinem Leben insgesamt ein Jahr lang auf Frauen. Vor Kindergärten, an der Wohnungstür, wenn man gerade los will, vor Umkleidekabinen, beim Shoppen in der Stadt, auf die freie Toilette. Das hat eine englische Studie ergeben. Petz hält dieses Phänomen für allgegenwärtig. Er ist überzeugt, dass es kaum einen Mann gibt, der diese Erfahrungen nicht teilt.
»Als ich mich ein bisschen umgehört habe, war das Gestöhne allgemein. ‚Das kenne ich’«, war laut Petz die überwiegende Resonanz. »Und offenbar kann jeder Mann aus dem Stand Wartegeschichten erzählen. Das ist schon eine durchgehende Sache. Scheint irgendwie so eingebaut zu sein.«
Aber wer das Buch mit einem Augenzwinkern liest, stellt letztendlich fest: Es ist eine liebevolle Hommage an die Frauen. Die eine oder andere Emanze mag sich vielleicht auf den Schlitz getreten fühlen. Trotzdem kommt der Autor immer wieder auf das wahre Wesen der Liebe zurück – und das ist gut so, und eben auch amüsant. Abgesehen davon: Ich gehe davon aus, dass diverse Autorinnen nun das Buch »Warten auf Männer« angehen. (eh)
Engelbert Hörmannsdorfer,
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