Männer, so heißt es oft verallgemeinernd, sind oft machohaft und wollen den Frauen meist an die Wäsche. Frauen dagegen sind wesentlich intelligenter, indem sie versuchen, die Männer regelrecht um den Finger zu wickeln. Da Frauen im Allgemeinen schwächer als Männer sind, greifen sie nicht selten zu Hilfsmitten, wie Peitschen jeglicher Art, um die Männer ihre Dominanz spüren zu lassen. Oder um es kurz zu sagen: Männer sind das starke Geschlecht, und Frauen das intelligente.

Ist der Mann immer noch ein Jäger? Braucht jeder Mann täglich ein Steak? (Bild: Goldegg Verlag)
Verstehen Männer die Frauen? Oder Frauen die Männer? Versteht der Mann sich selbst? Bei diesen Themen will nun das Buch »Männer – Die ganze Wahrheit« vom Wiener Goldegg Verlag mitmischen. Immerhin haben sich hier zwei Autoren zusammengefunden, die es wissen könnten, und auch lesbar vermitteln können: ein Sexualmediziner, und ein Journalist mit Schwerpunkt Gesundheit. Zunächst müssen sie auch aufräumen. Mit den Mythen, und was an ihnen dran ist. Denken Männer immer nur an das eine? Macht nur das Testosteron den Mann? Wie kommen sexuelle Vorlieben zustande? Was macht einen Mann für Frauen überhaupt attraktiv?
Viele Fragen – aber das Buch gibt auch viele Antworten. Manchmal vielleicht zu viele. Gelegentlich kommt die Arztsprache und der erhobene Zeigefinger eines Arztes durch. Aber gottseidank nur gelegentlich. Die meisten Fälle, anhand deren der Leser durch die Thematik geführt wird, werden erzählerisch und unterhaltsam abgewickelt. Viele heikle Themen werden angepackt, aber manchmal auch ganz banale Weißheiten an den Mann gebracht: »In der Sexualmedizin gilt Hektik als das Gegenteil von Genießen, auch das Gegenteil von Erotik.«
Wohl war. Männer sollten sich das immer wieder vor Augen führen. Das Buch gibt Einblick in die Seele eines Mannes. Gefährlich: Auch Frauen können noch mehr erfahren. Männer, die Frauenversteher waren, galten früher als Weicheier. Mit dem Buch könnte es sein, dass es nun Männerversteherinnen gibt. Aber Vorsicht: Es ist von Männern für Männer geschrieben. Mit Sicherheit werden Frauen nicht alles verstehen.
Ein Stichwortverzeichnis am Ende des 352 Seiten starken Buches fehlt leider, sonst wär’s rundum gelungen. Sicher ist jedenfalls eins nach der Lektüre: Das bessere Geschlecht gibt es nicht – das schlechtere auch nicht. Und auch Schwulsein ist keine Strafe Gottes. Fremdgehen auch nicht, das freilich ist allerdings ein Vertrauensbruch. Aber: Man(n) ist nicht mehr alleine mit seinen Fantasien. (eh)
Engelbert Hörmannsdorfer,
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