FRANKFURT (Dow Jones) - Europas Aktienmärkte haben am Freitag nach einem wechselhaften Verlauf leicht nachgegeben. Vorübergehende Gewinne konnten nicht gehalten werden, aber mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 2.145 Punkte kam der Euro-Stoxx-50 noch glimpflich weg. An der schwachen Wochenbilanz von Minus 4,5 Prozent ändert das aber nichts. Der DAX verlor 0,6 Prozent auf 6.271 Punkte. Für einen Dämpfer sorgte im späten Handel der viel beachtete Börsengang von Facebook. Er brachte zunächst kaum Zeichnungsgewinne.
Die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone verhinderte eine Erholung, meinte ein Händler. Neue Hiobsbotschaften heizten die Ängste weiter an: Die Ratingagentur Fitch hatte die Bonität Griechenlands von "B-" auf "CCC" herabgestuft, während Moody's die Kreditwürdigkeit von gleich 16 spanischen Banken gesenkt hat. Es gab aber auch gute Nachrichten. So scheinen sich die Griechen zu besinnen. Einer Umfrage zufolge liegt die konservative Nea Dimokratia in der Wählergunst wieder vor der linksradikalen Syriza-Partei. "Das signalisiert, dass die Griechen zunehmend verstehen, dass die nächste Wahl auch eine Entscheidung über die Zusammenarbeit mit den Geberländern ist", meinte Lutz Karpowitz, Devisenanalyst bei der Commerzbank.
Auch in Irland stehen die Zeichen auf Entspannung. Die große Mehrheit der Iren befürwortet den Beitritt ihres Landes zum europäischen Fiskalpakt. In einer gemeinsamen Umfrage des Wettbüros Paddy Power und des Meinungsforschungsinstituts Red c Poll sagten 62 Prozent der Iren, sie unterstützen den Plan der Regierung, den Pakt in Kraft zu setzen. Die Volksabstimmung ist für den 31. Mai angesetzt. Mit dem Fiskalpakt verpflichten sich die Länder zu einer sparsamen Haushaltspolitik und einer strikten Begrenzung der Neuverschuldung. Die Umsätze waren für einen so genannten Brückentag nicht allzu niedrig.
Der Euro machte im Tagesverlauf Boden gut und stieg im frühen Abend auf 1,2734 Dollar. Die deutschen Anleihen kamen etwas von den Rekordhochs am Vortag zurück.
Automobilwerte leiden unter drohenden Preissenkungen in China
Automobilwerte und die Aktien der Zulieferer erlitten Verluste von durchschnittlich 2,3 Prozent. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, dass bei den chinesischen Händlern die Automobilbestände gestiegen seien. Damit drohen Preisrückgänge auf dem chinesischen Markt. China ist der wichtigste Wachstumsmarkt für deutsche Hersteller. BMW verloren 2,3 Prozent auf 61,31 Euro, VW fielen um 2 Prozent auf 128,20 Euro. Dürr gaben sogar um 4,9 Prozent auf 40,64 Euro nach. ThyssenKrupp stabilisierten sich dagegen einem Plus von 0,4 Prozent auf 14,89 Euro etwas.
Versorger erholen sich
Im europäischen Versorgersektor kam zu einer Shorteindeckungsrally. Die Branche liege nach dem Abverkauf in den vergangenen Wochen am Boden, sagte ein Händler. Daher könnten Erholungsbewegungen recht deutlich ausfallen, sollte Eindeckungsbedarf entstehen. E.ON stiegen um 1,2 Prozent auf 15,20 Euro, Iberdrola gewannen sogar 3,5 Prozent auf 3,40 Euro. Der Sektor legte um 0,4 Prozent zu.
Gefragt waren auch Solarworld. Das US-Handelsministerium hat die Anti-Dumping-Zölle gegen chinesische Solarmodule drastisch erhöht und damit einer von Solarworld mitinitiierten Klage stattgegeben. Allerdings habe die Entscheidung das Risiko eines Gegenschlags durch die chinesische Regierung erhöht, sagte equinet-Analyst Stefan Freudenreich. Noch dazu seien die Chinesen nicht unvorbereitet gewesen und hätten Fertigungsschritte bereits nach Taiwan verlagert. Solarworld kletterten um 6,5 Prozent auf 1,62 Euro.
Europäische Schlussindizes am Freitag, 18. Mai:
Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2144,69 -2,22 -0,1% -7,4
Stoxx-50 2249,15 -20,02 -0,9% -5,1
Stoxx-600 238,88 -2,75 -1,1% -2,3
Frankfurt XETRA-DAX 6271,22 -37,74 -0,6% 6,3
London FTSE-100 5267,62 -70,76 -1,3% -5,4
Paris CAC-40 3008,00 -3,99 -0,1% -4,8
Amsterdam AEX 288,77 -1,46 -0,5% -7,6
Athen ATHEX-20 204,48 6,14 +3,1% -22,8
Brüssel BEL-20 2073,88 -7,32 -0,4% -0,5
Budapest BUX 16479,22 198,84 +1,2% -2,9
Helsinki OMXH-25 1864,06 -48,80 -2,6% -4,0
Istanbul NAT30 68056,17 -421,21 -0,6% 10,3
Lissabon PSI 20 4759,94 1,24 +0,0% -13,3
Madrid IBEX-35 6537,90 28,80 +0,4% -23,3
Mailand FTSE-MIB 13048,90 -40,36 -0,3% -13,5
Moskau RTS 1289,46 -23,97 -1,8% -6,7
Oslo OBX 358,45 -11,87 -3,2% 0,2
Prag PX 868,80 1,10 +0,1% -4,6
Stockholm OMXS-30 955,98 -30,95 -3,1% -3,2
Warschau WIG-20 2060,99 3,87 +0,2% -3,9
Wien ATX 1894,06 -14,63 -0,8% 0,1
Zürich SMI 5797,76 -74,97 -1,3% -2,3
DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.35 Uhr Do, 18.01 Uhr
EUR/USD 1,2738 0,72% 1,2647 1,2706
EUR/JPY 100,7543 0,48% 100,2707 100,7438
EUR/CHF 1,2011 0,00% 1,2011 1,2011
USD/JPY 79,1230 -0,21% 79,2885 79,2910
GBP/USD 1,5800 0,32% 1,5750 1,5820
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