MÄRKTE EUROPA/Nach China hellt Italien die Stimmung auf

Kategorie: Marktberichte | Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Marktberichte (Trackbox: Intraday Marktkommentierung) | Datum: 13.07.2012

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   Von Herbert Rude 
 

FRANKFURT--Nach den chinesischen Konjunkturdaten treibt auch eine günstig verlaufene Anleihen-Auktion in Italien am Freitag die Aktienbörsen nach oben. Der DAX steigt um 1,3 Prozent auf 6.501 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,7 Prozent, die Börsen in Mailand und Madrid machen ihre Verluste aus dem frühen Geschäft wett.

Damit reagieren die Märkte erleichtert auf die gute Nachfrage nach neuen dreijährigen italienischen Papieren. Der Markt hatte Gegenwind befürchtet, weil die Rating-Agentur Moody's die Note für die Kreditwürdigkeit Italiens um zwei Punkte gesenkt hat. Nach der Auktion ging die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen auf 5,89 Prozent zurück, nachdem sie am Morgen wegen der Abstufung noch auf über 6 Prozent gestiegen war. Auch die Kurse italienischer Banken legen nun etwas zu.

Bereits am Morgen hatten neue Konjunkturdaten aus China die Sorgen um die Eurozone in den Hintergrund gedrängt. "Die Kombination aus langsamerem Wachstum und nachlassender Inflation deutet auf eine lockerere Geldpolitik in China hin", sagt Frances Cheung von der Credit Agricole. Das chinesische Wirtschaftswachstum ist zwar im zweiten Quartal erneut gesunken, hat aber die Konsensschätzungen erfüllt. Während die Industrieproduktion im zweiten Quartal unter den Erwartungen geblieben ist, hat der chinesische Einzelhandelsumsatz laut Credit Agricole positiv überrascht. Bereits an den asiatischen Börsen überwogen daraufhin die Kursgewinne.

"Insgesamt sind die Zahlen aus China in Ordnung", sagt ein Stratege. Die Flüsterschätzungen in den USA für das chinesische BIP seien schwächer gewesen als die nun veröffentlichten Daten. Die Wirtschaftsleistung habe sich vom ersten zum zweiten Quartal zwar erneut abgeschwächt; dies passe jedoch zur Prognose der chinesischen Regierung für ein BIP von 7,5 Prozent im Gesamtjahr. Nun komme es darauf an, ob die Fiskal- und Geldpolitik im dritten Quartal greife.

Zur positiven Reaktion der Märkte heißt es auch, diese hätten "schon viel Pessimismus eingepreist". Anleger schließen nun Positionen auf fallende Kurse, die daraus resultierenden Käufe treiben die Kurse nach oben.

Auch der Euro profitiert von der höheren Risikobereitschaft der Anleger, die Gemeinschaftswährung legt wieder eng an der Marke von 1,22 US-Dollar.

Besonders gefragt sind Medien- und Telekommunikationsaktien. Die beiden Branchen-Indizes legen jeweils knapp 2 Prozent zu. Vivendi-Aktien gewinnen 2,8 Prozent. BNP Exane hat errechnet, dass die Summe der Einzelteile deutlich mehr wert ist als das Gesamtunternehmen. Zu den Telekom-Aktien hat sich die Credit Suisse positiv geäußert. Die Papiere von Deutsche Telekom, France Telecom und BT Group gewinnen alle etwa 3,5 Prozent.

Schwächster Sektor sind die Automobil-Aktien. Deren Index fällt um 0,2 Prozent und liegt damit als einziger Sektoren-Index im Minus. Peugeot fallen um knapp 8 Prozent. "Die Nachfrage bricht ein und die Produktionskosten sind zu hoch", fasst ein Händler die aktuelle Lage zusammen. Im französischen Radio beklagte sich der Peugeot-CEO Philippe Varin, dass Frankreich die höchsten Arbeitskosten in Europa habe. In einigen Werken, die vor allem Kleinwagen herstellten, liege die Auslastung bei nur noch 50 Prozent. Auch Fiat geben mit einem Minus von 4,6 Prozent deutlich nach.

Am Mittag könnte der Halbjahresbericht von J.P. Morgen neue Impulse auslösen. Befragte Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 0,78 US-Dollar. Europäische Banken notieren im Vorfeld wenig verändert.

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INDEX                  Stand      +-% 
Euro-Stoxx-50       2.242,08   +0,63% 
Stoxx-50            2.426,49   +0,64% 
DAX                 6.499,18   +1,24% 
FTSE                5.649,35   +0,73% 
CAC                 3.155,72   +0,66% 
EUREX                  Stand  +-Ticks 
Bund-Future           145,05      +20 
 
 
DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Fr, 8.32 Uhr  Do, 17.50 Uhr 
EUR/USD   1,2207   0,04%        1,2202         1,2206 
EUR/JPY  96,7588   0,06%       96,6959        96,7752 
EUR/CHF   1,2007  -0,01%        1,2009         1,2007 
USD/JPY  79,2580   0,03%       79,2350        79,2885 
GBP/USD   1,5454   0,10%        1,5439         1,5429 
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Kontakt zum Autor: herbert.rude@dowjones.com 
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Bild: ©iStockphoto.com/Susanne Bacher

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