MÄRKTE ASIEN/Spanien und die Schuldenkrise wieder im Fokus

Kategorie: Marktberichte | Asien-News | Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Datum: 19.06.2012

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Die europäische Schuldenkrise hat die Finanzmärkte in Ostasien nach der Auszeit am Montag wieder im Griff. Nach der kurzen und eher moderaten Erleichterungsrally über den Wahlausgang in Griechenland dominierte an den ostasiatischen Finanzmärkten Risikoscheu. Die sich zuspitzenden Probleme Spaniens haben sich wieder als Belastungsfaktor in den Vordergrund gedrängt. Die Finanzmarktakteure warten nun auf mögliche Maßnahmen vom derzeit stattfindenden G-20-Treffen zur Lösung der Schuldenkrise und vor allem dem am Mittwoch stattfindenden Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank zur weiteren Geldpolitik.

In Spanien waren die Zehnjahresrenditen am Montag auf deutlich über 7 Prozent nach oben geschnellt, den höchsten Stand seit Einführung der gemeinsamen Währung. Das schürte bereits in Europa Ängste, dass das Land wie zuvor bereits Portugal, Irland und Griechenland den Zugang zum Kapitalmarkt verlieren könnte und unter einen Rettungsschirm muss. Zusätzliche Nahrung erhielten sie von einem Bericht, wonach der Anteil der faulen Kredite bei den Banken den höchsten Stand seit 18 Monaten erreicht hat. Letztendlich könnte dies bedeuten, dass die von Spanien bei der EU bereits angefragten bis zu 100 Milliarden Euro an Hilfsgeldern für den Bankensektor nicht ausreichen, befürchten Marktteilnehmer.

Die Börsen in Ostasien gaben überwiegend Teile ihrer Vortagesgewinne wieder ab. Der Nikkei-Index kam um 0,8 Prozent zurück auf 8.656 Punkte, der Index in Sydney verlor 0,3 Prozent, an der Börse in Schanghai gab das Marktbarometer um 0,7 Prozent nach. In Seoul sorgte eine Erholung im späten Handel für einen unveränderten Schlussstand.

Am Devisenmarkt erholte sich der Euro leicht von seinem Tagestief bei 1,2576 Dollar und lag zuletzt bei 1,2610 Dollar. Am Vortag hatte er in Erleichterung auf den Wahlausgang in Griechenland in der Spitze 1,2748 Dollar erreicht, ehe er im Tagesverlauf mit der Fokussierung der Märkte auf die Probleme Spaniens immer weiter nachgegeben hatte. Unterdessen machte der Dollar zum Yen kaum Boden gut, er kostete 78,89 Yen.

"Abgesehen von den Problemen der Griechen, fehlt es weiter an Impulsen aus dem Euroraum zur Begegnung der Probleme wie der fehlenden fiskalpolitischen Integration, der Kapitalknappheit bei Banken und Staaten und dem schwachen Wachstum", sagte Marktstratege Guillermo Felices von Barclays Capital.

Vom Gipfeltreffen der G-20-Staaten kamen noch keine Impulse, auch wenn sich US-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel einig darüber sein sollen, bei der Stabilisierung der Eurozone zusammenarbeiten zu wollen. Einem Erklärungsentwurf zufolge haben sich die G-20-Staaten auf einen weltweiten Aktionsplan zur Schaffung von Arbeitsplätzen verständigt. Zudem wollen die Staaten gemeinsam für eine Stärkung der Konjunktur sorgen und den Verspannungen an den Finanzmärkten begegnen.

"Es gibt sicher Potenzial für Initiativen um Zeit zu gewinnen und die Schutzwälle zu verstärken beim G-20-Treffen oder kommende Woche beim EU-Gipfel. Das Problem für Anleger ist, dass die steigenden Anleiherenditen in die entgegensetzte Richtung arbeiten", kommentierte Ric Spooner, Chefanalyst von CMC Markets in Sydney.

An der Börse in Tokio bauten Sharp ihr Vortagesplus um weitere 3 Prozent aus. Hier stützte die angekündigte Zusammenarbeit mit der taiwanesischen Hon Hai Precision zur Produktion von Smartphones für den chinesischen Markt. Der weiter starke Yen setzte den Kursen der exportsensitiven Aktien zu. Panasonic, Canon und Toshiba verloren jeweils rund 1 Prozent an Wert. Auch Autowerte wie Mazda und Honda wurden verkauft. In Seoul waren die Schwergewichte Samsung (plus 0,1 Prozent) und Hyundai Motor (plus 2 Prozent) gesucht und stützten so den Kospi.

In Hongkong litten Tsingtao Brewery unter der Platzierung eines Aktienpakets von 32 Millionen Aktien. Der Kurs gab um 7,8 Prozent nach. Fairfax Media brachen in Sydney um 8,5 Prozent ein, nachdem der Zeitungsverlag ein auf drei Jahre angelegte Restrukturierung und den Abbau von 1.900 Stellen angekündigt hatte.

 
INDEX                               Stand  +- in %  Handelsende 
aktuell                                             (MESZ) 
S&P/ASX 200 (Sydney)             4.123,30   -0,33%        08.00 
Nikkei-225 (Tokio)               8.655,87   -0,75%        08.00 
Kospi (Seoul)                    1.891,77    0,00%        08.00 
Shanghai-Composite (Schanghai)   2.301,00   -0,65%        09.00 
Hang-Seng-Index (Hongkong)      19.379,24   -0,25%        10.00 
Straits-Times (Singapur)         2.841,32   +0,61%        11.00 
 
DEVISEN    zuletzt  +/- %   0.00 Uhr  Mo, 9.40 Uhr 
EUR/USD     1,2610  +0,3%     1,2577        1,2694 
EUR/JPY    99,4850  +0,0%    99,4793      100,6206 
USD/JPY    78,8970  -0,3%    79,0990       79,2920 
USD/KRW  1154,7500  -0,2%  1157,5000     1157,8600 
USD/CNY     6,3564  -0,0%     6,3573        6,3549 
AUD/USD     1,0142  +0,2%     1,0121        1,0106 
 
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Bild: ©iStockphoto.com/Min-Gyu Seong

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