Die ostasiatischen Finanzmärkte stehen zu Beginn der Woche unter dem Eindruck des mit Enttäuschung aufgenommenen US-Arbeitsmarktberichts für Juni. Nachdem dieser bereits am Freitag in Europa und den USA für Konjunkturängste und deutlich nachgebende Aktien-Indizes gesorgt hat, drückt er am Montag auch in Ostasien auf die Aktienkurse. Hinzu kommen als Belastungsfaktor schwach ausgefallene Daten aus dem japanischen Maschinenbausektor. Der Euro bewegt sich zum Dollar weiter auf dem niedrigsten Niveau seit rund zwei Jahren.
In Tokio verliert der Nikkei-225-Index 1,1 Prozent auf 8.926 Punkte, an den anderen Börsen der Region fallen die Abschläge in ähnlicher Größenordnung aus. Am deutlichsten verliert der HSI in Hongkong, der um 1,4 Prozent nachgibt, belastet von sehr schwachen Kursen im Immobiliensektor. Stabilisiert zeigt sich der Ölpreis nach seinem deutlichen Minus am Freitag als Antwort auf Arbeitsmarktdaten, Dollarrally und Hoffnungen auf ein Streikende in der norwegischen Ölförderindustrie.
Der Euro markierte mit einem Tagestief von 1,2256 Dollar den niedrigsten Stand seit rund zwei Jahren, kann sich davon im Verlauf aber etwas erholen auf knapp unter 1,23 Dollar. Damit hat die Gemeinschaftswährung all ihre Gewinne wieder abgegeben, die sie nach dem EU-Gipfel von Brüssel und den Beschlüssen zu direkten Finanzhilfen für die europäischen Banken in der Spitze auf über 1,27 Dollar getrieben hatten. Sollten beim Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel im Tagesverlauf keine konkreten Maßnahmen beschlossen werden, wie der Anstieg der spanischen Renditen gebremst werden könne, dürfte der Euro weiter nachgeben, befürchten Analysten.
Neben dem geringer als erwartet ausgefallenen Anstieg der neuen Stellen auf dem US-Arbeitsmarkt gilt das Augenmerk der Akteure dem Auftragseingang im japanischen Maschinenbau. Dieser fiel mit einem Minus von 14,8 Prozent im Monatsvergleich deutlich schlechter aus als mit minus 2,6 Prozent prognostiziert. Zudem sank der Überschuss der japanischen Leistungsbilanz im Jahresvergleich um über 60 Prozent.
Für Kaufzurückhaltung an den Börsen sorge zudem, dass im Wochenverlauf wichtige Konjunkturdaten aus China erwartet würden, heißt es im Handel. Erst am Donnerstag der Vorwoche hatte die chinesische Notenbank überraschend die Zinsen gesenkt und für Spekulationen über bevorstehende schwache Daten gesorgt. Für einen Hoffnungsschimmer sorgen dagegen die neuesten Inflationsdaten aus China, die im Juni auf eine Rate von 2,2 Prozent gesunken sind und damit die niedrigste seit Anfang 2010. Damit dürfte Peking mehr Spielraum für eventuelle weitere geldpolitische Lockerungen zur Ankurbelung der Konjunktur haben.
An der Börse in Tokio leiden vor allem Finanzwerte unter den schwachen Konjunkturdaten. Daneben würden exportsensitive Aktien verkauft angesichts des anhaltend schwachen Dollar zum Yen, der die Exportaussichten verschlechtere, so Händler. Ricoh verlieren beispielsweise ebenso 3,5 Prozent wie Komatsu. Um gut 1 Prozent abwärts geht es für das Papier des Einzelhandelsunternehmens Fast Retailing nach einem gesenkten Gewinnausblick.
Unter Druck stehen in Hongkong Immobilienaktien, nachdem der chinesische Ministerpräsident am Wochenende angekündigt hatte, dass die preisdämpfenden Maßnahmen am Immobilienmarkt noch eine ganze Weile nötig sein dürften. China Overseas Land & Investment, Sino Land und Hang Lung Properties verlieren in der Spitze bis zu 2,4 Prozent. Auf der anderen Seite profitieren Immobilientitel in Schanghai weiter von der überraschenden chinesischen Zinssenkung in der Vorwoche.
INDEX Stand +- in % Handelsende aktuell (MESZ) S&P/ASX 200 (Sydney) 4.118,60 -0,94% 08.00 Nikkei-225 (Tokio) 8.925,56 -1,06% 08.00 Kospi (Seoul) 1.835,58 -1,22% 08.00 Shanghai-Composite (Schanghai) 2.198,64 -1,12% 09.00 Hang-Seng-Index (Hongkong) 19.514,76 -1,44% 10.00 Straits-Times (Singapur) 2.947,07 -1,06% 11.00 Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com DJG/DJN/gos/flf
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