München (BoerseGo.de) – Die Analysten von Merrill Lynch reduzieren ihre Einschätzung für die Aktie von Lufthansa von „Kaufen“ auf „Untergewichten“. Das Kursziel wird von 14,00 Euro auf 6,40 Euro mehr als halbiert. Die Finanzexperten reduzieren ihre Prognose für den operativen Gewinn für das Gesamtjahr von 900 Millionen auf 518 Millionen Euro. Für das kommende Jahr rechnen die Finanzexperten mit einem EBIT-Ergebnis von 213 Millionen Euro, aktuell liegen die durchschnittlichen Markterwartungen bei 850 Millionen Euro. Die Analysten von Merrill Lynch haben damit auf die vorsichtigen Aussagen des Managements zur kurzfristigen Entwicklung der Buchungszahlen reagiert. Nach Ansicht der Finanzexperten ist die neue Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen nachteilig für Lufthansa.
Lufthansa stehe hier vor einer „Lose-Lose-Situation“. Entweder man kaufe neue Kapazitäten in Form neuer Slots, was die Durchschnittserlöse belasten würde, oder sie kaufen keinen neuen Slot und nehmen einen wachsenden Wettbewerb in Kauf, insbesondere durch Airlines aus dem nahen Osten wie etwa Emirates. Die Finanzexperten rechnen damit, dass sich Lufthansa für den Kauf neuer Kapazitäten entscheiden werde, was die Erträge deutlicher als vom Markt bislang angenommen unter Druck bringen dürfte. Auch von Seiten der Billigflieger wie Easyjet oder Air Berlin dürfte Interesse an den neuen Kapazitäten angemeldet werden. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat jüngst seine Absicht bekräftigt, den Anteil der Low-Cost-Airlines am gesamten Verkehrsaufkommen in Frankfurt steigern zu wollen.
Christian Hoyer,
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