London (BoerseGo.de) – Die britische Großbank Lloyds ist im ersten Halbjahr unter den Belastungen durch Rückstellungen für faule Kredite und Schadenersatzzahlungen für falsche Beratung eingeknickt. Ein Verlust von 2,3 Milliarden britischen Pfund stand unterm Strich, als Lloyds am Donnerstag seine Halbjahreszahlen vorlegte. Im Vorjahr stand hier noch ein Plus von 600 Millionen Pfund. Damit verfehlte die Bank die Erwartungen der Analysten, die die Belastungen bereits einkalkuliert hatten.
Lloyds hatte 3,2 Milliarden Pfund zurückgestellt, um Schadenersatzforderungen von Kunden zu begleichen, die bei Kreditausfallsversicherungen falsch beraten worden waren. Den entsprechenden Prozess hatte die Bank im April verloren. Der Aktienkurs sackte seitdem um fast 40 Prozent ab.
Zudem erhöhte die Bank den Anteil der von ihr als faul eingestuften Kredite in Irland wegen der sinkenden Immobilienpreise auf fast zwei Drittel. Die Rückstellungen hierfür beliefen sich auf knapp 1,8 Milliarden Pfund - weitere Belastungen nicht ausgeschlossen.
Wie viele andere Banken musste auch Lloyds in der Finanzkrise mit staatlichen Milliardenhilfen gerettet werden. Der Staat hält seither 41 Prozent an der Bank. Der seit Frühjahr amtierende Vorstandschef Antonio Horta-Osorio hat dem Konzern bereits im Juni einen harten Sparkurs verordnet: 15.000 Stellen sollen gestrichen werden. Erklärtes Ziel ist es, die Kosten um 1,5 Milliarden Pfund bis 2014 zu senken.
Susanne Schulz
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