Knapp behauptet - Erholung dank Bernanke und Athen

Kategorie: Marktberichte | Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Marktberichte (Trackbox: Intraday Marktkommentierung) | Datum: 07.02. 18:05

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DJ XETRA-SCHLUSS/Knapp behauptet - Erholung dank Bernanke und Athen

FRANKFURT (Dow Jones) - Knapp behauptet hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag aus dem Handel verabschiedet. Hoffnungen auf ein Ende der Schuldengespräche in Griechenland und positiv aufgenommene Aussagen von US-Notenbankgouverneur Ben Bernanke sorgten für eine deutliche Erholung vom Tagestief. Der DAX verlor 0,2 Prozent oder 11 auf 6.754 Punkte. Auch der Euro erholte sich kräftig: Er ging mit 1,3250 Dollar fast anderhalb US-Cent fester aus dem europäischen dominierten Handel.

In Griechenland war erstmals Bewegung zu verspüren: Per Donnerstag soll nun der Abschlussbericht der Troika aus IWF, EZB und EU vorliegen, hieß es aus Quellen deutscher Regierungskreise. Damit dürfte die endgültige Entscheidung über das Rettungspaket dann vorliegen. Bereits zuvor gab es Berichte, die griechische Regierung arbeite an einem Dokument, in dem die Eckpunkte für das zweite Rettungspaket aufgeführt würden. Anschließend werde das Papier von den Spitzenpolitikern des Landes unter die Lupe genommen. Die Vorsitzenden der drei Koalitionsparteien, die die griechische Übergangsregierung tragen, wollten sich am Berichtstag um 20.00 Uhr (MEZ) mit Ministerpräsident Lucas Papademos treffen.

Skeptische Stimmen aus dem Handel wiesen allerdings auf die lange Kette von Vorankündigungen hin, die nur in seltenen Fällen zu Ergebnissen geführt hätten: "Wir haben zwei Jahre lang Verlautbarungen und angeblich letzte Treffen usw gesehen, so dass nur noch harte Fakten für Vertrauen sorgen können", sagte ein Händler.

Für gute Stimmung sorgten unter anderem Bernankes Aussagen vor dem US-Kongressausschuss. Der oberste Währungshüter der USA wiederholte dabei seine bisherige Einstellung, dass Fiskalpolitik aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit notwendig sei. Die Inflation bezeichnete er als gering, womit ein mögliches Hindernis für weitere quantitative Lockerungen ausgeräumt sei, hieß es im Handel. "Nach den superguten US-Arbeitsmarktdaten hatte der Markt natürlich befürchtet, dass hier etwas zurückgerudert wird", sagte ein Händler.

Leichten Gegenwind für Aktien gab es nur von der Konjunkturseite: Das produzierende Gewerbe in Deutschland ist im Dezember um 2,9 Prozent gesunken im Vergleich zum November. Volkswirte hatten dagegen mit einem leichten Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet. Angesichts der in die Zukunft blickenden Auftragseingänge vom Vortag hätten die Daten aber kaum belastet, hieß es im Handel.

Die wieder gestiegenen Griechenlandhoffnungen bewegten auch im Finanzsektor die Kurse, diese erholten sich deutlich: Commerzbank stiegen 3,2 Prozent auf 1,95 Euro und Deutsche Bank 0,9 Prozent auf 33,95 Euro. Allianz legten 0,8 Prozent auf 88,92 Euro und Munich Re um 2,1 Prozent auf 107,60 Euro zu.

K+S legten nach einem guten Zwischenbericht von Yara 1,5 Prozent auf 40,60 Euro zu. "Die Nachfrage im vierten Quartal hat sich zwar wie erwartet schwach entwickelt, die Zahlen sind aber besser ausgefallen als erwartet", so Michael Schäfer, Analyst von equinet. Ein positives Zeichen für die Situation in der Branche seien die Aussagen von Yara, nach denen die Märkte in der Landwirtschaft stark seien und die Margen davon profitierten.

Zu den größeren Verlierern zählten die Aktien der Automobilhersteller. Die Branche gilt als besonders konjunkturabhängig. BMW verloren 2 Prozent auf 69,36 Euro, Daimler 1,8 Prozent auf 44,64 Euro und VW 1,2 Prozent auf 141,75 Euro.

adidas, die am Montag auf den höchsten Stand aller Zeiten gestiegen waren, gaben um 1,6 Prozent auf 57,55 Euro nach. Hier nahmen Anleger Kursgewinne mit. Seit Jahresbeginn sind adidas um mehr als 16 Prozent gestiegen. Metro verbilligten sich um 1,3 Prozent auf 29,64 Euro. Die französische Bank Exane BNP Paribas stufte die Aktie ab. Metro dürfte in diesem Jahr unter der Konsumzurückhaltung in Europa leiden, so die Einschätzung der Experten.

In der zweiten Reihe rutschten Fielmann um 6,9 Prozent auf 74,00 Euro ab. Die Analysten der DZ Bank nannten die Geschäftszahlen der Optikerkette für das vergangene Jahr eine Enttäuschung. Die NordLB riet sogar zum Verkauf der Aktie. Auch Aareal Bank wurden von einer Abstufung durch equinet gedrückt. Bei sehr hohem Umsatz verloren die Titel 6,7 Prozent auf 18,50 Euro.

TUI legten um 2,7 Prozent auf 6,40 Euro zu. Der Reiseanbieter TUI Travel, an dem TUI mit knapp 55 Prozent beteiligt ist, ist mit roten Zahlen ins neue Geschäftsjahr gestartet. Den Umsatz hat TUI Travel jedoch um 5 Prozent auf 2,845 Milliarden Pfund Sterling gesteigert.

DJG/mod/flf

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Bild: ©flickr.com/Tobias Leeger

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