KORREKTUR: MÄRKTE EUROPA/Kurse klettern nach Gipfel-Rally weiter

Kategorie: Marktberichte | Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Marktberichte (Trackbox: Intraday Marktkommentierung) | Datum: 02.07.2012

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In dem um 12.30 Uhr gesendeten Bericht zum europäischen Finanzmarkt muss es im letzten Satz des vierten Absatzes wie folgt korrekt lauten:

Volkswirte rechnen mit einem Stand von 52,0 nach 53,5 (NICHT: 535,) Punkten im Monat zuvor.

Im Anschluss die korrigierte Fassung des Textes:

MÄRKTE EUROPA/Kurse klettern nach Gipfel-Rally weiter

Von Thomas Rossmann 

Die Entspannung an den Finanzmärkten nach dem EU-Gipfel setzt sich auch zu Wochenbeginn fort. Nach dem Kursfeuerwerk am Freitag legen die Kurse an den Aktienmärkten etwas erneut zu, während die Renditen für Anleihen aus Spanien und Italien weiter sinken. Der Euro hält sich oberhalb von 1,26 Dollar, auch wenn er deutlich unter seinem Tageshoch liegt. Dass es nach den teils fulminanten Kursgewinnen bei den Aktien nicht zu Gewinnmitnahmen kommt, erklären Marktteilnehmer auch mit Zinsfantasie vor der Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag.

Volkswirte rechnen damit, dass die europäischen Währungshüter den Leitzins um 25 Basispunkte und damit auf das niedrigste Niveau seit Bestehen der Zentralbank senken werden. "Wenn man sieht, dass die Kurse im Wochenverlauf nicht herunterkommen, wird das einige zum Nachkaufen bewegen", so ein Händler.

Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,8 Prozent auf 2.284 Punkte, der DAX klettert um 0,9 Prozent auf 6.472 Punkte nach oben. Beide hatten aber schon jeweils rund 1 Prozent höher gelegen. Am Anleihemarkt fällt die Rendite spanischer Zehnjahrespapiere auf 6,20 Prozent und nähert sich der 6-Prozent-Marke. In der Spitze hatte sie in der Vorwoche noch bei über 7 Prozent gelegen. Auch die italienischen Renditen sinken weiter.

Neue Daten zu den Einkaufsmanagerindizes aus Europa hellen die Stimmung nach den Gipfelbeschlüssen weiter auf. So ist der Index für die Eurozone in zweiter Lesung höher ausgefallen als erwartet. Gleiches gilt auch für den deutschen Index. Sein italienisches Pendant traf in erster Lesung mit 44,6 die Erwartungen des Marktes. Die Indizes liegen zwar noch unter der Expansion anzeigenden Marke von 50, im Handel herrscht aber schon Zufriedenheit darüber, dass keine negativen Überraschungen gebracht haben. Am Nachmittag folgt noch der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe der USA. Volkswirte rechnen mit einem Stand von 52,0 nach 53,5 Punkten im Monat zuvor.

Aktienhändler erklären die neuerlichen Kursgewinne auch damit, dass die Höchststände vom Freitag übertroffen worden seien, was für zusätzliches Kaufinteresse sorge. Keine Rolle scheinen dagegen neueste Warnsignale aus China zu spielen. Dort ist die Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe auf den niedrigsten Stand seit sieben Monaten gefallen.

Am Devisenmarkt kommt der Euro von seinem Höhenflug zum Dollar nach dem EU-Gipfel wieder etwas zurück und tendiert unter Schwankungen seitwärts. Im Tageshoch hatte er 1,2647 Dollar erreicht, konnte dieses Niveau aber nicht halten. Er liegt aber immer noch deutlich höher als vor dem Gipfel.

Die Devisenexperten der UBS wären nicht überrascht, wenn es für den Euro nach der kurzzeitigen Erholung wieder nach unten gehen würde. Es dürfte sich bei den Investoren die Erkenntnis durchsetzen, dass die getroffenen Entscheidungen kurzfristig nur begrenzte Auswirkungen haben werden. Die Entscheidungen vom Freitag hätten dem Euro wiederum "nur etwas Zeit gekauft". Auf Sicht von einem Monat sieht die UBS den Euro bei 1,24 Dollar. In rund drei Monaten wir die Gemeinschaftswährung bei 1,20 Dollar gesehen.

An den Aktienmärkten gehören erneut Bankenaktien zu den Tagesfavoriten. Sie profitieren weiterhin von den auf dem Gipfel beschlossenen direkten Finanzhilfen durch den Rettungsschirm ESM. Der Branchenindex verbessert sich um 1,4 Prozent. Dahinter folgen der Versicherungssektor und Rohstoffe. Mit einem leichten Minus zeigt sich dagegen der als defensiv geltende Sektor Telekommunikation.

Mit einem Plus von 1,3 Prozent gehört der Technologie-Sektor ebenfalls zu den größeren Gewinnern. Ein Marktteilnehmer erklärt die Gewinne auch mit Berichten, wonach Dell kurz vor dem Kauf von Quest Software stehe. Damit würde eine monatelange Übernahmeschlacht um den Anbieter von Software für Datenbanken enden. Das "Wall Street Journal" spricht unter Berufung auf informierte Kreise von 2,3 Milliarden Dollar Kaufpreis. Noch etwas stärker als der Sektor zeigt sich die SAP-Aktie mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent. Der Wert gilt bei zahlreichen Häusern als einer der interessantesten im DAX.

Dass der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb mit einer Milliardenübernahme seine Präsenz im wachsenden Markt für Diabetes-Medikamente stärken will, sorgt für keine zusätzliche Kursfantasie bei Pharma-Aktien. Bristol-Myers-Squibb übernimmt für insgesamt sieben Milliarden US-Dollar Amylin Pharmaceuticals und intensiviert außerdem seine Diabetes-Allianz mit dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca.

Schlusslicht im Pharma-Index ist die Aktie von Rhön-Klinikum, nachdem die Übernahme durch Fresenius zunächst gescheitert ist. Das Papier verbilligt sich um 11 Prozent. Fresenius geben um 0,8 Prozent nach. Schlusslicht im DAX ist die Linde-Aktie mit einem Minus von 3,3 Prozent. Der Preis für die Übernahme des US-Sauerstoffgeräte-Herstellers Lincare durch Linde scheint einigen Marktteilnehmern den Atem zu verschlagen. "Die 4,6 Milliarden Dollar wirken in Hinblick auf die Zahlen von Lincare relativ hoch", bemerkt ein Markteilnehmer.

 
INDEX                  Stand    +-% 
Euro-Stoxx-50       2.283,54   +0,83% 
Stoxx-50            2.400,93   +0,84% 
DAX                 6.471,65   +0,86% 
FTSE                5.598,94   +0,50% 
CAC                 3.225,80   +0,91% 
EUREX                  Stand    +-Ticks 
Bund-Future           140,94   +4 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Fr,  8.55 Uhr  Do, 17.46 Uhr 
EUR/USD    1,2626   0,33%         1,2584         1,2436 
EUR/JPY  100,4494   0,31%       100,1412        98,6477 
EUR/CHF    1,2016   0,01%         1,2015         1,2012 
USD/JPY   79,5600  -0,01%        79,5655        79,3305 
GBP/USD    1,5673   0,22%         1,5639         1,5507 
 

Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com

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Bild: ©flickr.com/Astrid Walter

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