New York (BoerseGo.de) - Trotz des Beifalls der Märkte für die Einigung der europäischen Führer zur Rekapitalisierung angeschlagener Banken, die direkte Nutzung des Euro-Rettungsschirms zu erlauben, so erklärt die Investmentlegende Jim Rogers gleichwohl, dass dieser Schritt nichts zur Lösung des gravierendsten Problems der Region beiträgt, welches nun einmal in den hohen Schuldenständen besteht. "Nur weil jetzt die Möglichkeit besteht, dass die Banken sich noch mehr Geld leihen können, so löst dies nicht das Problem, es verschlimmert vielmehr das Problem. Man muss einfach aufhören, Geld auszugeben, dass man gar nicht hat. Die Lösung für eine zu hohe Verschuldung besteht nicht in noch mehr Schulden. Alles, was diese kleine Einigung beinhaltet, ist die Einräumung der Chancen für die Banken, für eine längere Zeit noch mehr Schulden zu haben", so Rogers. Er vertritt die Meinung, dass das gefundene Abkommen nicht die Zahlungsfähigkeit von verschuldeten Ländern wie Spanien verbessert. Er ist weiter der Ansicht, dass die Regierungen damit aufhören müssen, scheiternde Banken zu retten, auch wenn das Ergebnis ein finanzielles "Armageddon" bedeutet.
Was wirklich meine Aufmerksamkeit erregen würde, bestünde darin, dass einige Leute Bankrott gehen oder dass einige Leute damit anfangen, ihre Schulden zurückzuzahlen. Zu einem finanziellen Armageddon werden wir auf jeden Fall kommen, wenn der Rest der Welt nicht mehr bereit ist, diesen Leuten weiteres Geld zu geben. "Was soll in zwei oder drei Jahren passieren, wenn der Markt plötzlich weiteres Geld verweigert, die Deutschen kein Geld mehr haben und die amerikanischen Schulden außer Kontrolle geraten. Rogers erklärt, dass die durch die Einigung der europäischen Führer ausgelöste Euphorie, welche zu einem Ansteigen der asiatischen Aktien, des Euro und risikoreicher Anlagen wie Öl geführt hat, nicht anhalten wird. Wie oft ist dieses in den letzten drei Jahren passiert, dass die europäischen Führer ein Treffen hatten, es daraufhin zu einer Rally an den Märkten kam und dann zwei Tage später der Markt zu der Einsicht kommt, dass das Problem gar nicht gelöst ist", so Rogers. Rogers, der ein Investment auf der Basis von Rohstoffen befürwortet, äußert sich dahingehend, dass er zur Zeit keine weiteren Positionen aufbaut. Ich besitze Rohstoffe und zu meiner Freude steigen sie heute an, und zwar ganz gewaltig. Ich stürze mich nicht auf irgendetwas".
Christian Hoyer,