Die Wirtschaftsleistung Italiens wird 2012 nach Einschätzung des Präsidenten der nationalen Notenbank um 2 Prozent schrumpfen. "Die Konsensschätzungen (für das BIP) deuten auf ein Minus von 2 Prozent hin", sagte Ignazio Visco in einem Interview mit der Zeitung "Corriere della Sera". Er revidierte damit eine frühere Prognose nach unten. Ende Mai hatte Visco noch gesagt, das Minus werde bei etwa 1,5 Prozent liegen.
"2012 wird negativ werden, aber wenn die Situation sich nicht verschlimmert, also das Risiko auf der Zinsseite nachlässt und die Last für die Lösung der Krise auf europäischer Ebene geteilt wird, dann könnten wir Ende des Jahres Licht am Ende des Tunnels sehen", so der Präsident der italienischen Notenbank.
Wie zuvor bereits der italienische Ministerpräsident Mario Monti kritisierte Visco, Rom werde zu unrecht von den Märkten ins Kreuzfeuer genommen. "Zwei Fünftel des Renditeaufschlags von 470 Basispunkten von italienischen zu deutschen Staatsanleihen sind unsere Schuld; wegen unserer öffentlichen Schulden, unserer fehlenden Wettbewerbsfähigkeit und unserem geringen Wachstumspotenzial. Der Rest ist der Preis, den Italien für die Risikowahrnehmung und die Angst der Investoren zahlen muss, dass es den Euro eines Tages nicht mehr gibt".
DJG/AFP/gos
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