Frankfurt (BoerseGo.de) – Am morgigen Freitag beginnt die mit Spannung erwartete Aufsichtsratssitzung der Metro-Gruppe, die auch den möglichen Verkauf der Kaufhof-Häuser auf der Agenda hat. Kaufinteressent Nicolas Berggruen hat kurz vor dem Event noch einmal sein Angebot verbessert. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise am heutigen Donnerstag.
Zusammen mit der Immobilieninvestoren-Gruppe Blackstone bietet Berggruen nicht nur einen höheren Kaufpreis, sondern macht auch deutlich, dass er Kaufhof sein eigenes Management und seinen eigenen Mitarbeiterstamm belassen will. Damit will Berggruen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die eine Verschmelzung von Kaufhof mit Karstadt befürchten. Ein Sprecher der Berggruen-Holding hat das neue Angebot gegenüber dem „Handelsblatt“ bereits bestätigt. Nähere Details zu der neuen Offerte wollte der Sprecher aber nicht machen.
Das aber bereits auf der morgigen Aufsichtsratssitzung eine Entscheidung für einen Käufer getroffen wird, halten Beobachter laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ für unwahrscheinlich. Metro arbeitet seit dem Jahr 2008 an einem Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof. Neben Berggruen haben auch die österreichische Immobilienfirma Signa und ein Konsortium um den Handelsmanager und früheren KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban Interesse an der Übernahme von Kaufhof bekundet.
Signa fällt derzeit aber aus juristischen Gründen als Bieter aus, da gegen Signa-Chef Rene Benko ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Wien wegen des Verdachts auf Geldwäsche läuft. Solange dieses Verfahren nicht geschlossen ist, kommt Signa als möglicher Käufer nicht in Frage.
Experten schätzen den Wert von Kaufhof mit zwei bis drei Milliarden Euro ein. Im besonderen Fokus stehen bei den Kaufinteressenten die Immobilien des Unternehmens.
Christian Zoller
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