Inflation, QE2, Dollar-Ausverkauf: Rohstoff-Käufe auf Allzeithoch
Kategorie: News Warenterminbörsen | Godmode-Trader Weekend Edition Fundamental-Kommentare | Kolumnen Rohstoffe Extern | Sektor Rohstoffe | Datum: 22.10.2010
Es tut sich bereits einiges. Spätestens wenn man Vergleiche in Geschichtsbüchern suchen muss, um heute gehandelte Rohstoffpreise in Relation setzen zu können, weiß man, dass einiges passiert sein muss. Baumwolle hat Preisniveaus erreicht, die es zuletzt in der Zeit der Sezessionskriege gegeben hat. Der normale Mechanismus von preisinduzierten Angebotssteigerungen scheint außer Kraft gesetzt. In der Vergangenheit führte bei Agrarrohstoffen ein zum Beispiel durch eine Missernte induzierter Preisschub im Folgejahr zu einer Überversorgung des Marktes, da Landwirte den Anbau des entsprechenden Agrarguts erhöhten, um ihre Gewinne zu maximieren. Das führte nach einer Preisspitze dazu, dass die Notierungen wieder zurückkamen und auf erniedrigten Niveaus blieben. Die Nachfrage ist bei einzelnen Rohstoffen jedoch so hoch, dass diese Gesetzmäßigkeit außer Kraft gesetzt scheint. Noch höhere Preise scheinen nötig, um ein ausreichendes Angebot zu schaffen beziehungsweise um eine ausreichend hohe Zahl von Käufern – jene mit der niedrigsten Zahlungsbereitschaft – vom Markt zu verdrängen. An letzterem Punkt kommt das billige Geld, erzeugt durch Niedrigzinsen und außerordentliche monetäre Maßnahmen wie der quantitativen Lockerung ins Spiel. Sie scheint die Zahlungsbereitschaft einzelner Käufergruppen, besonders der chinesischen, so weit erhöhen zu können, dass der Preis keine große Rolle mehr zu spielen scheint. Hauptsache, der Rohstoff kann in den gewünschten Mengen geliefert werden, scheint die Maxime zu lauten. Zucker ist gerade dabei, nach einer Preisverdreifachung im Jahr 2009 erneut die 2009er Hochs anzupeilen, obwohl der Preis zwischenzeitlich schon um 57% gefallen war.
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