Henkel, Deutsche Telekom und Allianz sind nachhaltig

Kategorie: Analysen: DAX, TecDAX, MDAX, EUROSTOXX | Klimawandel & Investment | Top-Artikel | Analyse Unternehmen Deutschland/Europa | Datum: 17.03. 12:14

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München (BoerseGo.de) – 504 Unternehmen von 3.000 erfüllen derzeit die branchenspezifischen ökologischen und sozialen Mindeststandards von der Nachhaltigkeitsrating-Agentur oekom research.  Die Unternehmen erfüllten den von oekom research definierten Prime Standard, teilte die Münchener Rating-Agentur am Mittwoch bei der Vorstellung des „Corporate Review 2010“ mit. Unter den DAX 30 Unternehmen führen Henkel mit einer Bewertung von 64,7 von 100 möglichen Punkten, die Deutsche Telekom (63,3) und die Allianz (62,2). Im EuroStoxx 50 belegen mit sanofi-aventis (68,2) und Renault (67,6) zwei französische Konzerne die Spitzenplätze. „Diese Unternehmen sind auf einem guten Weg zu einem umfassenden CR-Management, trotz einiger Defizite“, erläutert Matthias Bönning, Head of Research bei oekom research.

Dennoch fehlt es nach wie vor an der Verankerung des Themas in der Breite, wie die Analyse der Durchschnittsbewertungen für einzelne Branchen zeige. Hier erreichen die Hersteller von Haushaltsprodukten mit 50,1 von 100 möglichen Punkten die höchste Bewertung, die Automobilbranche kommt im Durchschnitt auf eine Bewertung von 48,4, die Energieversorger liegen bei 46,7. Abgeschlagen rangieren die Versicherungen (32,1), die öffentlichen Banken (25,4) und die Immobilienunternehmen (25,2).

Generell nehme Green Washing zu – nachhaltige Themen werden aus PR-Gründen verbreitet, um das Image der Firma zu stärken. „Vereinzelt erkennt man in den Aussagen der Unternehmen den Wunsch, nach den vielen negativen Meldungen im Zuge der Wirtschaftskrise endlich mal wieder positive Nachrichten zu produzieren“, sagt Bönning. „Damit die Unternehmen nicht in den Verdacht des Green Washings kommen, müssen sie den Ankündigungen bald Taten folgen lassen. Die Zahlen zeigen, dass selbst in den besten Branchen noch deutliche Verbesserungen im CR-Management notwendig sind.“

In einigen Branchen stellten auch 2009 Arbeits- und Menschenrechtsverstöße ein ernsthaftes Problem dar. Mehr als jedes zweite Unternehmen der Computerbranche (57,1 Prozent) und jedes zweite Textilunternehmen (50,0 Prozent) verstoßen vor allem in ihrer Zulieferkette gegen international anerkannte Mindeststandards im Arbeitsrecht. In Menschenrechtsverletzungen sind vor allem Bergbauunternehmen (34,5 Prozent) sowie Öl- und Gasproduzenten (18,2 Prozent) involviert.

„Eine Zunahme der Verstöße im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise bei Arbeits- und Menschenrechten sowie Korruption können wir bei den von uns analysierten Unternehmen aber nicht feststellen“, resümiert Bönning. „Bemerkenswert ist, dass auch Unternehmen Verstöße zeigen, die sich öffentlichkeitswirksam zur Einhaltung entsprechender Standards verpflichtet haben.“ Nach einer Analyse von oekom research verstoßen von den 45 Unternehmen aus dem Stoxx 50, die den UN Global Compact unterzeichnet haben, insgesamt 26 und damit mehr als die Hälfte gegen Prinzipien dieser großen freiwilligen Wirtschaftsinitiative.

Bild: ©iStockphoto.com/Karen Keczmerski

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Über den Autor:

Michaela Sprenger,
Redakteur

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