Einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zu Folge stellt Airbus Schadensersatzforderungen in Höhe von 500 Millionen Euro an den Triebwerkszulieferer Europrop International. Nach Lesart des Unternehmens ist der Partner maßgeblich für die andauernden Verzögerung verantwortlich zu machen, die mit zu der Kostenexplosion des Projekts beigetragen haben. Bei Europrop ist man gänzlich anderer Meinung, und verlangt mit der gleichen Begründung seinerseits 425 Millionen Euro von Airbus. Somit bezichtigen sich die Partner gegenseitig, für die Verzögerungen verantwortlich zu sein. Eine offizielle Stellungnahme der Streitparteien gibt es nicht, Europrop hat sich an die internationale Handelskammer gewandt.
Im Rahmen des Tankjetgeschäfts haben mittlerweile mehrere europäische Regierungsvertreter politische Maßnahmen angekündigt. EADS und der Partner Northrop Grumman zogen sich vergangenen Montag mit der Begründung aus der Ausschreibung zurück, die Bedingungen seien einseitig auf den Konkurrenten Boeing zugeschnitten. Daraufhin kündigte etwa die deutsche Bundesregierung am Mittwoch an, den Fall bei der Welthandelsorganisation (WTO) zur Sprache zu bringen. Auch Frankreich kündigte an, reagieren zu wollen, ohne Details zu nennen. Bereits seit geraumer Zeit bezichtigen sich Boeing und EADS wechselseitig vor der WTO wegen staatlicher Hilfen, allerdings bezogen auf den Bau ziviler Flugzeuge.
Martin Pachtner,
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