Griechenland-Schatten auf Wall Street - Minus zum Start erwartet

Kategorie: Marktberichte | Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Marktberichte (Trackbox US) | Datum: 06.02. 14:58

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NEW YORK (Dow Jones) - Wie rasch die Vorzeichen wechseln: Trieb das starke Stellenwachstum auf dem US-Arbeitsmarkt die Börsenindizes an Wall Street am Freitag noch auf mehrmonatige Höchststände, so hat am Montag die Schuldenkrise in Griechenland den US-Markt wieder fest im Griff. Griechenlands Politiker sind uneins darüber, wo und wie viel künftig gespart werden soll. Gleichzeitig wächst der Druck von den Kreditgebern. Die Unsicherheiten nehmen also wieder zu und in unsicheren Zeiten meiden Anleger erfahrungsgemäß Aktien.

"Bei den Gesprächen über eine Umschuldung Griechenlands gibt es nach wie vor keine Einigung, das weckt erneut die Sorgen um einen Staatsbankrott des Landes", kommentieren die Analysten von Barchart.com. Auch aus dem Kreise der europäischen Politik mehren sich die Stimmen, die eine Staatspleite der Hellenen nicht mehr gänzlich ausschließen wollen. Gegen 14.58 Uhr MEZ geben die Terminkontrakte auf den S&P-500-Index und auf den Technologie-Index Nasdaq-100 um jeweils 0,4 Prozent nach. Sie schließen damit nahtlos an die europäischen Vorgaben an.

Die großen Börsenindizes waren am Freitag auf mehrmonatige Höchststände geklettert. Der Dow Jones Index beispielsweise stieg auf den höchsten Stand seit Mai 2008. Der S&P-500 konnte die fünfte Börsenwoche in Folge zulegen. Das Kursplus von knapp 7 Prozent seit Jahresbeginn ist der beste Start ins Jahr seit 1987.

Mit Blick auf die Einzelwerte fallen Boeing an der Computerbörse Nasdaq um 1,6 Prozent. Laut einem Bericht der Zeitung Seattle Times hat der Flugzeughersteller Fehler beim Zusammenbau von Teilen des Flugzeugrumpfes bei einigen Langstreckenflugzeugen des Typs Dreamliner festgestellt. Mechaniker von Boeing setzten nun zusätzliche Teile ein, berichtet das Blatt, um die nicht exakt ineinander passenden Baukomponenten zusammen zu fügen.

An den europäischen Börsen gibt der Bankensektor wegen der Unsicherheiten um Griechenland am stärksten nach. Auch an der Nasdaq zeigen die Bankenaktien leichte Kursschwäche. Die Verluste reichen von 0,5 Prozent bei Wells Fargo und Goldman Sachs über 0,7 Prozent bei J.P. Morgan bis zu 1 Prozent bei Bank of America.

Loews fallen um 2 Prozent zurück. Die Finanz-Holding, zu welcher der Versicherer CNA Financial oder der Diamanten-Förderer Diamond Drilling gehören, hat im vierten Quartal weniger Gewinn gemacht als erwartet. Der Überschuss je Aktie beträgt 0,67 Dollar und liegt somit deutlich unter der Konsensprognose von Analysten von 0,90 Dollar.

Micron haben am Freitag im nachbörslichen Geschäft mit Kursverlusten auf die Nachricht über den Tod des Unternehmens-CEO reagiert. Während des regulären Handels waren die Aktien des Chipherstellers vom Handel ausgesetzt worden; nach der Schlussglocke gab Micron bekannt, dass CEO Steven Appleton bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Die Aktien von Eli Lilly haben nachbörslich kaum auf die Nachricht reagiert, dass das Unternehmen in diesem Jahr die Gehälter der meisten seiner Beschäftigten einfrieren will. Der Pharmahersteller begründet dies mit finanziellen Belastungen.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) erhöhte sich am Freitag um 1,2 Prozent bzw 157 Punkte auf 12.862. Der S&P-500 gewann 1,5 Prozent oder 19 Zähler auf 1.345 und der Nasdaq-Composite gewann 1,6 Prozent bzw 46 Punkte auf 2.906.

DJG/DJN/flf

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