Gold: Preishöhe erklärt sich aus Spekulationsfreude/Schmucknachfrage schwach

Kategorie: US-Markt News | News Warenterminbörsen | Top-Artikel | Datum: 15.01.2010

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Hamburg (BoerseGo.de) - Die Investorennachfrage nach Gold hat im Vorjahr die Nachfrage zu dem für Schmuckzwecke gekauften Goldvolumen erstmals seit 30 Jahren übertroffen. Dies geht aus Daten der Beratungsgesellschaft GFMS hervor. Danach verdoppelte sich die Investorennachfrage auf 1.820 Tonnen. Die Nachfrage zur Schmuckbranche brach dagegen um 23 Prozent auf 1.687 Tonnen ein. In dieser Hinsicht lag das bisherige Rekordvolumen aus dem Jahr 1997 bei 3.294 Tonnen.

Trotz der schwachen Schmuckkäufe ist die weltweite Goldproduktion in 2009 um 6 Prozent auf 2.553 Tonnen gestiegen. Dies stellt den höchsten Stand seit sechs Jahren dar. Die Liste der weltweit größten Goldproduzenten führt mittlerweile China an. Dahinter reiht sich Australien. Der ehemalige langfristige Spitzenreiter Südafrika fiel auf den dritten Platz zurück.

Experten verweisen auf den Umstand, dass die Nachfrage nach Schmuckgold wegen der hohen Preisniveaus bereits seit längerem im Nachlassen begriffen ist. Vor allem aus den Schwellenländern gehe die Nachfrage zurück. Der hohe Goldpreis resultiere vor allem aus dem weltweit billigen Geld und der damit verbundenen Spekulationsfreude unter Investoren. Als weiterer treibender Faktor für den Goldpreis erweise sich die Dollarschwäche. Zudem profitiere das traditionell zur Inflationsabsicherung dienende Edelmetall von der grassieren Angst vor Teuerung aufgrund der explodierenden Staatsverschuldungen als Folge der Finanzkrise.

Der GFMS-Manager Philip Klapwijk erklärte gegenüber der “Financial Times Deutschland”, dass voraussichtlich auch in diesem Jahr ein großes Geldvolumen in den Goldmarkt stömt. Das Rekordhoch des Goldpreises aus dem Vorjahr bei 1.215,70 Dollar je Unze werde bis kommenden Sommer vermutlich auf holprige Weise erreicht. Die große Investorennachfrage mache den Goldpreis aber ebenso zunehmend verwundbar. Daher drohe ein kräftiger Rückschlag, falls die Notenbanken ihre überaus expansive Geldpolitik zur Straffung bringen. Im Falle der allmählichen Normalisierung der Bedingungen zur Konjunktur könne der Goldpreis substanziell an Wert verlieren. 

Bild: ©www.flickr.com/covilha

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