Dass sich Cyberkriminelle gerne an echte News rund um Prominente dranhängen, ist bekannt. Die letzte große Welle war der Tod von Osama bin Laden. Jetzt ist der Tod der Künstlerin Amy Winehouse der Anlass für eine Spam-Welle, bei der der Nutzer allerdings nicht die erhofften News vorfinden, sondern Nutzerdaten abgefischt werden.

Facebook löst langsam aber sicher das E-Mail als Spam-Schleuder ab (Bild: Emsisoft)
Bei Amy Winehouse machten sich die Cyber-Gangster dieses Mal eine neuartige, äußerst hinterhältige Masche zunutze, warnt das Sicherheits-Softwarehaus Emsisoft: Jetzt soll ein exklusives Schock-Video von den letzten Stunden vor dem Tod der Künstlerin auf Facebook zu sehen sein.
Auch hier wird extrem fokussiert auf die starken Neugierde der zumeist jugendlichen und unerfahrenen Facebook-Gemeinschaft abzielt, die gern Näheres zu den Umständen erfahren möchte. Auf den Pinnwänden der Facebook-Anwender kommt ein Video-Eintrag zum Einsatz, der ein Foto der Sängerin mit dem Text »Amy Winehouse SHOCKING Video Before Death (Exklsuive)« zeigt. Ziel ist es für die Scammer natürlich, dass die Besucher der Pinnwand neugierig auf den Eintrag klicken, um sich das vermeintliche Exklusivvideo anzuschauen.
Das Video wird aber nicht abgespielt. Stattdessen wird der Anwender aufgefordert, an einer Umfrage teilzunehmen – als Beweis dafür, dass es sich bei ihm um einen real existierenden Menschen handelt und nicht um ein Computer-Programm. Ziel der Scammer ist es natürlich, möglichst viele Anwender davon zu überzeugen, bei der Umfrage mitzumachen. Denn für jedes ausgefüllte Formular erhält der Scammer angeblich eine Provision ausbezahlt.
Jetzt fehlt noch die virale Komponente. Denn bei einem Facebook-Scam ist es wichtig für die Drahtzieher im Hintergrund, dass sich der Videoeintrag möglichst schnell und virulent von einer Pinnwand zur nächsten verbreitet. Aus diesem Grund wird der ahnungslose Anwender nach der Umfrage dazu aufgefordert, auf den Button »Share« (Teilen) zu klicken, um auf diese Weise zu belegen, dass er 13 Jahre oder älter ist. Bei diesem Schritt wird der Videoeintrag automatisch auf der eigenen Facebook-Seite »geteilt«. So verbreitet er sich rasend schnell durch Facebook.
Gegen diesen Scammer hilft bislang noch keine Software. »Wir raten allen Facebook-Anwendern, das Amy-Winehouse-Video auf den Pinnwänden der Freunde nicht anzuklicken«, erklärt Emsisoft-Geschäftsführer Christian Mairoll. »Das ist das einfachste Mittel, um diesen Fallen der Internet-Kriminellen nicht auf den Leim zu gehen.« (eh)
Engelbert Hörmannsdorfer,
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Kommentare (1)
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justbond55 schrieb am 02.08.11 um 08:58 Uhr:
Man muss wirklich aufpassen, was einem Facebook-"Freunde" alles auf die Pinwand posten. Ich lehne diese Apps und Spiele und sonstigen Einladungen allesamt ab. Fahr bislang ganz gut damit.