Brüssel/Helsinki (BoerseGo.de) – Finnland erwägt sein Veto gegen mögliche Anleihekäufe des ESM am Sekundärmarkt einlegen. Damit könnte die auf dem EU-Gipfel in der Vorwoche ausgehandelte Rettungsstrategie für die klammen EU-Staaten Italien und Spanien wieder umgestürzt werden. „Staatsanleihekäufe durch den Europäischen Rettungsfonds ESM hält Finnland für einen ineffizienten Weg, um die Märkte zu stabilisieren", so ein Regierungsvertreter in Helsinki. Auch die Niederlande haben ihre Bedenken zu der Möglichkeit von Anleihekäufen durch den ESM angemeldet.
Auf dem EU-Gipfel wurde unter anderem beschlossen, dass Krisenländer in Zukunft leichter auf den Euro-Rettungsfonds ESM zugreifen können, da sie dabei weniger Auflagen erfüllen müssen. Italien und Spanien hatten gedroht den Wachstumspakt zu blockieren, falls sie keine Zusagen auf kurzfristige Finanzhilfen erhalten. Daher wurde unter anderem vereinbart, dass die europäischen Rettungsfonds EFSF und ESM Anleihen schwacher Euroländer aufkaufen können und dadurch die Zinskosten der Länder senken. Für den Kauf von Anleihen durch den EFSF oder ESM ist ein einstimmiges Votum im Gouverneursrat der Fonds notwendig. Würde Finnland blockieren, wäre die Forderung Spaniens und Italiens aus den Angeln gehoben.
Christian Zoller,