München (BoerseGo.de) – Im Schmiergeldprozess gegen zwei ehemalige Manager des Industriedienstleisters Ferrostaal ist es im Laufe des Verhandlungstages zu einer Verständigung gekommen. Sowohl die Angeklagten als auch das Unternehmen haben am Donnerstag dem vom Gericht vorgeschlagenen Deal zugestimmt.
Demnach müssen der ehemalige Vorstand und der frühere Prokurist des Konzerns jeweils eine Geldstrafe von mehreren 10.000 Euro zahlen. Zudem erhalten sie eine Bewährungsstrafe. Ferrostaal muss 149 Millionen Euro in drei Raten bis Ende 2014 abstottern.
Die beiden Manager hatten im Laufe der Verhandlung zugegeben, dass sie in Griechenland und Portugal Bestechungsgelder beim Verkauf von U-Booten gezahlt hatten. Zu den begünstigten habe auch der griechische Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos gezählt.
Dauerstreit zwischen MAN und IPIC
Die Affäre hatte lange Zeit für Streit zwischen den ehemaligen Ferrostaal-Eigentümern MAN und dem arabischen Staatsfonds IPIC geführt.Bereits 2009 hatte MAN 70 Prozent seiner Tochter Ferrostaal an den arabischen Staatsfonds für 700 Millionen Euro verkauft. Der Absprache zufolge sollten später die übrigen 30 Prozent folgen. Doch schnell stellte sich heraus, dass der Fonds aus Abu Dhabi kein funktionierendes Unternehmen gekauft hatte, sondern ein in diverse Schmiergeldaffären verstricktes Problembündel. Illegale Gelder in Höhe von insgesamt 180 Millionen Euro sollen geflossen sein.
Um möglichen Bußgeldforderungen vorzubeugen, pochte IPIC auf eine Rückabwicklung des Kaufvertrages mit MAN. Oder MAN sollte zumindest die Bußgeldzahlungen übernehmen, wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind. MAN wollte aber weder das eine noch das andere. MAN bestand vielmehr auf der Erfüllung des ursprünglichen Vertrags. Ende November schließlich einigte man sich darauf, dass MAN die 70 Prozent wieder von IPIC zurückkaufte und das Gesamtpaket Ferrostaal an die Beteiligungsgesellschaft MPC Gruppe abtrat.
Susanne Schulz
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