Essen/ München (BoerseGo.de) – Der Industriedienstleister Ferrostaal musste seine Geschäftsberichte ändern weil wegen eines Korruptionsskandals falsch bilanziert wurde. Laut einem Pressebericht sollen die Eigentümer noch diesen Monat auf einem neuen Aktionärstreffen das berichtigte Zahlenwerk präsentiert bekommen. Für den 31. August sei ein Zusammenkommen der beiden Eigner, dem Nutzfahrzeugkonzern MAN und dem arabischen Staatsfonds IPIC, geplant, berichtet das Handelsblatt am Montag. Dies will das Wirtschaftsblatt aus dem Konzernumfeld erfahren haben.
Bei der Versammlung soll der Geschäftsbericht für 2010 gebilligt werden. Die Vertreter von IPIC und MAN sollen zudem erneut über die Abschlüsse der Jahre 1999 bis 2009 abstimmen. Diese waren bereits bei einer Ferrostaal-Hauptversammlung Mitte Mai Thema. Ferrostaal hatte die Berichte nachträglich geändert, da bei der internen Aufarbeitung Posten falsch bilanziert worden waren. Gewinne in Höhe von 103 Millionen Euro wurden laut Ferrostaal zu viel an MAN überwiesen. Mit den Stimmen von IPIC waren die Abschlüsse abgesegnet worden, was MAN auf dem Treffen hart kritisiert hatte. Die Münchner gingen gegen die Änderungen gerichtlich vor.
Beide Seiten streiten sich seit Monaten darüber, wer die Kosten für die erst nach der Mehrheitsübernahme durch IPIC bekannt gewordene Schmiergeldaffäre trägt. Derzeit sei keine gütliche Einigung in Sicht, berichtet das Blatt.
Bernd Lammert
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