FT: Erste Köpfe rollen nach Zinsabsprache-Ermittlungen

Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Allgemein Europa (Politik, Makro-Wirtschaftsdaten, etc.) | Datum: 09.02. 10:24

London (BoerseGo.de) – Etwa ein Dutzend Händler mehrerer internationaler Großbanken sind in London und Asien beurlaubt oder entlassen worden. Der Grund: Manipulationsverdacht im Interbankenhandel. Seit über einem Jahr wird bereits von den betreffenden nationalen Behörden wegen des Verdachts verbotener Absprachen bei der Ermittlung von Referenzzinssätzen in London und Tokio ermittelt. Dies soll nun erstmals zu personellen Konsequenzen geführt haben, wie die „Financial Times“ (FT – Donnerstagausgabe) schreibt.

An den Zinssätzen Tibor und Libor orientieren sich Zinssätze wie beispielsweise für Autokredite oder Firmenanleihen. Manipulationen haben daher weltweite Auswirkungen. Jeden Morgen melden die Banken zur Ermittlung der Referenzzinssätze in London beziehungsweise Tokio, was sie selbst zahlen müssen, ums sich Geld zu leihen. Der Durchschnittswert gilt als Grundlage für die Referenzzinssätze. Und an dieser Stelle sollen die Manipulationen verübt worden sein, so vermuten die Ermittler. Es soll dabei Absprachen einzelner Institute gegeben haben.

Wie die FT weiter berichtet, sollen die Ermittlungen inzwischen auch auf Hedgefonds und Zwischenhändler ausgeweitet worden sein. Hedgefonds schließen hohe Wetten auf die Zinsraten ab. Nun stellt sich die Frage, wer wann welche Insiderinformationen hatte.

Laut FT entließ der weltgrößte Wertpapier- und Derivatemakler Icap einen Mitarbeiter und suspendierte zwei weitere. Die Großbanken JPMorgan, Royal Bank of Scotland und Citigroup sollen ebenfalls schon personelle Konsequenzen gezogen haben. Im Visier stehen weiterhin alle Großbanken – auch die Deutsche Bank.

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