Experten in Sorge wegen neuer möglicher Vermögensblasen durch Niedrigzinsen

Kategorie: US-Markt News | Fundamentalanalyse / Research | Asien-News | Top-Artikel | Datum: 14.12.2009

New York (BoerseGo.de) - Führende Volkswirte aus den USA und Europa warnten im Rahmen einer von der Columbia Universität organisierten Konferenz in Berlin vor der Gefahr einer Vermögenspreisblase, falls die Notenbanken und Regierungen Fehler der Vergangenheit wiederholen und ihre sehr lockere Geldpolitik fortsetzen bzw. ausgabenstimulierende Maßnahmen über zu lange Zeit aufrecht halten. Dies berichtete das “Wall Street Journal”. Die vor zwei Jahren entstandene Finanzkrise sei zum Teil auf die Entscheidungen der geldpolitischen Verantwortungsträger wie vor allem in den USA im Bereich der Federal Reserve zurückzuführen. Dabei habe sich als Fehler erwiesen, dass nach dem Abschwung im Jahr 2001 der Leitzins über eine sehr lange Periode trotz einer in Gang gekommenen Konjunkturerholung auf sehr niedrigem Niveau belassen worden ist. Solch eine Strategie ist nach Ansicht des Chairman von Morgan Stanley Asia, Stephen Roach als Nährboden für Vermögensblasen anzusehen.

Das Treffen beinhaltete weiters das heiße Thema in welcher Weise ein sicherer Rückzug der in den Geldmarkt gepumpten Billionen Dollars, Euros und Yen möglich ist und ob Regierungen zur Drosselung ihrer infolge der Rezession stark gestiegenen Haushaltsdefizite in der Lage sind. Obwohl das weltweite Wirtschaftswachstum und der Finanzsektor rascher als noch vergangenen Sommer erwartet auf die Beine gekommen sind habe es den Anschein, dass die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank bezüglich deren geldpolitischer Ausrichtung zu keinen Änderungen geneigt sind. So hätten beide Zentralbanken jeweils deutlich signalisiert, den Leitzins bis weit in das nächste Jahr hinein auf den derzeitigen Rekordtiefständen zu belassen. Die Zentralbankten hätten über die kommenden Monate nur den Rückzug einiger für den Bankensektor stützenden Maßnahmen in Aussicht gestellt.

Einige Analysten vertreten nun die Ansicht, dass einige Vermögenspreise wie vor allem in den Emerging Markets und im Bereich von Unternehmensanleihen infolge der raschen Erholung in den vergangenen Monaten bereits auf ein unangemessen hohes Niveau gestiegen sind. Die Setzung von stützenden Maßnahmen für die Konjunktur mit einer gleichzeitigen Vermeidung von Vermögensblasen stelle für die Verantwortlichen eine heikle Angelegenheit dar. Dabei stelle sich das Kernproblem, wo der Punkt einer Blase hervorgerufen ist. Falls derartiges geschieht könne dies keiner sicher wissen. Das übliche Warnzeichen für eine neue Blase bestehe im Anziehen der Inflation. Derartiges dürfte für absehbare Zeit jedoch nicht in Erscheinung treten. Der Ende 2008 in Gang gekommene schwere globale Konjunkturabschwung sei mit einem gewaltigen Nachlassen der Aktivitäten einhergegangen, wodurch die Niveaus von Löhnen und Preisen weiter niedrig gehalten werden.

Der an der Konferenz teilgenommene frühere US-Notenbankchef Paul Volcker tritt vorerst für eine Belassung der stimulierenden Maßnahmen ein. Es bestehe das Problem, dass ein Trend in Richtung Beschränkungen einsetzt, obwohl hiefür noch kein echter Bedarf besteht, heißt es gemäß dem Bericht weiter von Volcker. 
 

Bild: ©iStockphoto.com/shironosov

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