Frankfurt (BoerseGo.de) – Laut Einschätzung des Citi-Ökonom Jürgen Michels wird die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im September nochmals reduzieren. Zudem erwartet der Experte beim Einlagenzins erstmals ein negatives Niveau, wie „Die Presse“ am Freitag berichtete. Zudem glaubt der Experte, dass die EZB im zweiten Halbjahr ein neues Programm zur langfristigen Refinanzierung der Banken ins Leben rufen wird.
Derzeit liegt der Leitzins auf einem Rekordtief von 0,75 Prozent. Der Einlagenzins für die Kreditinstitute, die Geld bei der EZB kurzfristig anlegen wollen, wurde zuletzt auf 0,0 Prozent reduziert. Damit soll verhindert werden, dass die Banken Gelder bei der EZB horten und so dem Wirtschaftskreislauf entziehen. Trotz eines Einlagenzinses von 0,0 Prozent leihen sich die Banken untereinander kaum Geld und nehmen lieber das unverzinste Konto der EZB in Anspruch.
Damit soll zukünftig Schluss sein. Ein negativer Zins soll diese Praxis unterbinden. Laut Michels müsste gewährleistet sein, dass die Banken die Gelder nicht auf dem Zentralbankkonto für die Mindestreserve parken. Die Notenbank sollte daher seiner Auffassung nach das Zentralbankkonto ausschließlich für die Mindestreserve zulassen.
