
Am Ölmarkt geht es in den letzten Tagen turbulent zu. Das europäische Brentöl zieht auf und davon, während die Diskrepanz zum US-Leichtöl WTI immer grösser wird. Seit September 2008 kostet das Brent je Barrel (159 Liter) erstmals wieder über 100 US-Dollar.
Der Ölpreis steigt weiter und hat die Marke von 100 US-Dollar übersprungen. Am Dienstag schloss der Brent Ölpreis auf 101,73 US-Dollar je Barrel. Im Vergleich dazu bezahlte man für das das US-Leichtöl WTI, mit rund 90,80 US-Dollar je Barrel, deutlich weniger. Der Unterschied liegt bereits bei über 10 US-Dollar. Dies ist verwunderlich, da in der Regel Brentöl günstiger ist als WTI. Die US-Sorte ist wertvoller, weil sie weniger schwefelhaltig ist. Zusätzlich spiegeln sich die Transportkosten im Preis wieder. Ein weiterer Grund für den tieferen WTI-Preis ist, daß ungewöhnlich viele US-Raffinerien wegen Wartungsarbeiten geschlossen sind. Diese nachlassende Nachfrage nach WTI-Öl und die deutliche Zunahme an Vorräten setzen den Preis unter Druck. Nach Angaben des amerikanischen Energieministeriums stiegen in der vorletzten Woche die US-Lagerbestände um fast fünf Millionen Barrel. Gleichwohl kann davon ausgegangenen werden, dass die Raffinerien bald wieder öffnen und somit die Ölvorräte erneut abnehmen. Desweiteren ist der andauernde kalte Winter und die aktuellen Blizzards weitere Faktoren, die zu einer erhöhten Nachfrage führen und demnach das WTI-Öl teurer machen.
Die Ursachen für die hohen Ölpreise sind unter anderem auch darin zu sehen, dass die weltweite Konjunkturlage sich deutlich verbessert hat. Die wiederum führt zu einer steigenden Ölnachfrage. Zudem sind in den letzten Tagen politische Unruhen in Ägypten und anderen Nahost Staaten zu verzeichnen. Diese Unsicherheiten schüren die Angst, daß es zu Liefereng-pässen kommen würde und weitere Länder wie Saudi-Arabien, welches das zweitgrößte Ölförderland in der Welt ist, in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Im Moment ist jedoch der Suez-Kanal von Öltanker immer noch reibungslos durchquerbar und die Ölfelder in Nahost fördern die gewohnte Menge durch die Pipelines.
Andreas Kotula,
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