Europäische Börsen schließen sehr schwach

Kategorie: Marktberichte | Marktberichte (Dow Jones) | Datum: 11.08.2010

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FRANKFURT (Dow Jones) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch sehr schwach geschlossen. Die Börsen reagierten damit auf skeptischen Aussagen der US-Notenbank zur US-Konjunktur. Die Ankündigung, die Tilgungseinnahmen aus hypothekenbesicherten Wertpapieren sowie Schuldverschreibungen der staatlichen Hypothekenfinanzierer in Staatsanleihen zu reinvestieren, fiel dagegen nicht ins Gewicht - sie war erwartet worden. Der Euro-Stoxx-50 gab 2,7% oder 76 auf 2.724 Punkte nach, der Stoxx-50 um 1,8% oder 47 auf 2.487 Punkte.

Hinzu kam insularer Pessimismus: Am Mittag verstärkte die Bank of England (BoE) die Kursverluste, indem sie ihre Wachstumserwartungen für England gesenkt hatte und auch für den Euro-Raum große Unsicherheiten sieht. Schwache Vorgaben gab es zudem aus Asien, wo der japanische Aktienmarkt deutliche Verluste hatte hinnehmen müssen. Hier waren die Maschinenbauaufträge im Juni deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben.

Schlechte Vorgaben für Europas Technologiewerte

Schwache Vorgaben aus Übersee ließen die europäischen Technologieaktien um 3% fallen. Schwache Absatzzahlen von Acer für Juli verhagelten neben der schlechten Stimmung an den Märkten die Kurse. Infineon gaben um 4,9% auf 4,87 EUR nach, ST Micro um 5% auf 5,97 EUR und ASML Holding um 5,6% auf 22,36 EUR.

Versichereraktien unter Druck - Ausnahme: ING

Auch die Versicherertitel standen mit 2,3% Abschlag unter Druck. Besser als erwartet waren nach Einschätzung von Nico van Geest, Analyst bei Keijser Capital, jedoch die Zahlen des niederländischen Finanzkonzerns ING für das zweite Quartal ausgefallen. Besonders erfreulich sei die Entwicklung im Privatkundengeschäft der Bank gewesen. Die Versicherungssparte habe hingegen unter höher als erwartet ausgefallenen Abschreibungen auf aktivierte Abschlusskosten gelitten. Unter dem Strich sieht der Analyst das Unternehmen aber auf einem guten Weg, den für 2010 angestrebten Gewinn von 1 EUR je Aktie zu erreichen. Die leichtgewichtige ING-Aktie verlor lediglich 2,1% auf 7,40 EUR, während ein Schwergewicht wie AXA um 4,3% auf 13,66 EUR sank.

Nestle-Zahlen treffen den Geschmack der Anleger

Auf erfreuten Widerhall stießen die Zahlen von Nestle für das erste Halbjahr. Vontobel-Analystin Claudia Lenz verwies auf ein im Unterschied zu Wettbewerbern positives Preisumfeld und eine zufrieden stellende interne Wachstumsrate. Die Aktie verlor 0,2% auf 51,40 EUR. Der Nahrungsmittelsektor sank um 0,1%.

E.ON legt starke Zahlen und getrübte Aussichten vor

Bei den Versorgern, die um 1,6% nachgaben, stachen E.ON mit dem Quartalsbericht hervor. E.ON habe starke Zahlen zum zweiten Quartal 2010 präsentiert und die Erwartung übertroffen, stellten die Analysten von equinet fest. Dass das Unternehmen den Ausblick für das Gesamtjahr nicht nach oben angepasst habe, lasse allerdings befürchten, dass das zweite Halbjahr nicht so überzeugend ausfallen wird. Mit Blick auf die energiepolitischen Unsicherheiten und auf den Gasmarkt blieb der Konzern zunächst bei seiner Prognose höchstens knapp steigender Gewinne im Gesamtjahr. Die Aktie büßte 1,4% auf 23,11 EUR ein. Das war immer noch besser als die Kurse der anderen großen Versorger, die im Schnitt 2% einbüßten.

Europäische Schlussstände am Mittwoch, 11. August:

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.            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                              stand      absolut         in %          seit 
.                                                               Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2724,16       -75,86         -2,7          -8,2 
.            Stoxx-50        2486,51       -46,56         -1,8          -3,6 
.            Stoxx-600        254,68        -5,25         -2,0           0,6 
Frankfurt    XETRA-DAX       6154,07      -132,18         -2,1           3,3 
London       FTSE-100        5245,21      -131,20         -2,4          -3,1 
Paris        CAC-40          3628,29      -102,29         -2,7          -7,8 
Amsterdam    AEX              324,99        -8,15         -2,5          -3,1 
Athen        ATHEX-20         801,23        -9,12         -1,1         -28,8 
Brüssel      BEL-20          2495,93       -65,78         -2,6          -0,6 
Budapest     BUX            22247,24      -291,29         -1,3           4,8 
Helsinki     OMXH-25         2231,86       -60,40         -2,6           9,8 
Istanbul     NAT30          73098,04     -1378,47         -1,9           9,1 
Kopenhagen   OMXC-20          411,78        -8,43         -2,0          22,3 
Madrid       IBEX-35        10374,80      -343,70         -3,2         -13,1 
Mailand      FTSE-MIB       20579,24      -680,65         -3,2         -11,5 
Moskau       RTS             1460,67       -32,23         -2,2           1,1 
Oslo         OBX              328,53        -8,11         -2,4          -3,2 
Prag         PX              1173,60       -18,70         -1,6           5,0 
Stockholm    OMXS-30         1036,28       -27,03         -2,5           8,9 
Warschau     WIG-20          2455,41       -34,36         -1,4           2,8 
Wien         ATX             2438,56       -46,85         -1,9          -2,3 
Zürich       SMI             6265,84      -129,18         -2,0          -4,3 
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   DJG/mif/gei

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Bild: ©www.flickr.com/Samuel Rönnqvist

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