Europa plant Rohstofflager

Kategorie: Kolumnen Rohstoffe Extern | Datum: 28.01.2011


Nachdem die Wirtschaft wieder aus den Tiefen der Finanzmarktkrise heraustreten konnte und gegenwärtig einen konjunkturellen Aufschwung erlebt, muss die Industrie mit einem Mangel an Rohstoffen rechnen. Die Europäische Kommission nimmt sich in ihrem Entwurf zur Rohstoffstrategie dieser Problematik an. Es heißt, dass die Kommission im Zusammenspiel mit den Mitgliedstaaten und den Industrievertretern den Mehrwert und die Realisierbarkeit eines Rohstofflagers prüfen möchte.


Die Rohstoffpreise sind ein äußerst wichtiger Faktor für die Wirtschaft. Gerade Rohstoffe die zur Weiterverarbeitung genutzt werden, darunter Stahl und Rohöl sind für den Wachstum einer Volkswirtschaft unerlässlich. Dementsprechend kritisch wird das restriktive Haushalten mit beispielsweise Eisenerz oder seltenen Erden der exportierenden Länder gesehen.

Gerade China und Indien stehen hierbei im Fokus. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Gremium 14 Rohstoffe aufgelistet, die als unabdingbar für die Industrie erachtet wurden und bei denen es in den nächsten zehn Jahren zu Engpässen kommen könnte. Auf dieser Liste stehen unter anderem Kobalt, Grafit, Magnesium, Wolfram und zudem auch Gallium - dieser Stoff wird für die Herstellung von LED-Leuchten genutzt. Schätzungen zufolge wird durch den unaufhaltsamen technischen Fortschritt die Nachfrage nach Gallium im Jahr 2030 etwa 20-mal so hoch sein wie dies momentan der Fall ist. Die EU-Kommission möchte aufgrund dessen Vorratslager für begehrte bzw. begrenzte Rohstoffe aufbauen. Die Kommission prüft nun gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten und der Industrie inwieweit dieses Vorhaben umgesetzt werden könnte. Zudem plant die Staatengemeinschaft das internationale Recht walten zu lassen um sich gegen die Lieferbarrieren von marktbeherrschenden Ländern zu wehren. China hatte beispielsweise zuletzt die Ausfuhr von seltenen Erden eingeschränkt.
Bislang besteht in der EU nur eine bindende Regelung zum Aufbau eines Öllagers, da die Region in diesem Bereich stark von Importen abhängig ist. Im Falle eines über mehrere Wochen andauernden Lieferengpasses könnte der Wirtschaft auf diesem Weg eine ausreichende Rohölmenge zur Verfügung stehen.
 

 

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Andreas Kotula,
Externer Redakteur

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