Eurokrise bremst die Sommerrally aus

Kategorie: Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Datum: 20.07.2012

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DJ XETRA-SCHLUSS/Eurokrise bremst die Sommerrally aus

Von Michael Fuchs

Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag unter Druck gekommen. Nach dem Anstieg der Vortage entlud sich eine Welle von Verkäufen über den DAX. Dahinter stand mehr als der Wunsch der Anleger, sich mit Gewinnen ins Wochenende zu verabschieden. Vielmehr gab es handfeste Gründe für die Abgaben. Zunächst bat die hochverschuldete spanische Region Valencia die Regierung in Madrid um Hilfe, wenig später wurde bekannt, dass die Europäischen Zentralbank (EZB) griechische Staatsanleihen vorerst nicht mehr als Sicherheiten akzeptieren will. Zudem sprach Finanzminister Wolfgang Schäuble von "gravierenden Ansteckungsgefahren" durch Spanien für die gesamte Eurozone.

Der DAX fiel um 1,9 Prozent auf 6.630 Punkte und unterbrach damit die seit einer Woche andauernde Kursrally. Noch sehen Händler aber keine Trendwende. "Bis zu der Region bei 6.600 Punkten ist noch Luft", meinte Gregor Kuhn von IG Markets. Die Umsätze legten merklich zu. Gehandelt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 178,9 (Vortag: 150,3 ) Millionen Aktien im Wert von rund 4,39 Milliarden Euro. Dafür war allerdings auch der kleine Verfall verantwortlich, der die Handelsaktivität belebte.

Bankaktien kamen wegen der neuen negativen Nachrichten aus den südlichen Staaten der Eurozone unter Druck. Die Aktie der Deutschen Bank sank um 4,5 Prozent auf 24,65 Euro. Noch stärker fiel die RWE-Aktie. Wegen einer Verkaufsempfehlung der UBS gab sie um fast sechs Prozent auf 31,87 Euro nach.

Schwache Vorgaben gab es von Vodafone. Durch die Wirtschaftskrise in Südeuropa und den schwachen Euro sanken die Erlöse des weltgrößten Mobilfunkanbieters im ersten Quartal. Die Aktie der Deutschen Telekom verlor daher 4,2 Prozent auf 9,09 Euro.

Dagegen hielt sich die Aktie der Deutschen Post recht gut, obwohl das Handelsblatt berichtet hatte, die Insolvenz von Neckermann könnte zu einer Abschreibung in einer hohen zweistelligen Millionen-Höhe führen. Die Analysten der DZ Bank rechnen jedoch nicht einer Veränderung der Prognose. Die Post-Aktie fiel daher nur um 1,9 Prozent auf 14,65 Euro.

Technologiewerte behaupteten sich ebenfalls recht gut. Sie profitierten damit von den Zahlen von Microsoft und Google, die beide die Schätzungen übertroffen hatten. Die Aktie von SAP gab nur um 0,8 Prozent auf 50,58 Euro nach.

Kräftige Kursgewinne verbuchten die Aktien von Solarworld und SMA-Solar, die um 9,5 und 12,3 Prozent zulegten. Umweltminister Peter Altmaier erwägt ein Antidumpingverfahren gegen China zur Unterstützung der heimischen Solarindustrie.

INDEX             zuletzt   +/- % 
DAX              6.630,02  -1,90% 
DAX-Future       6.634,00  -1,83% 
XDAX             6.631,41  -1,83% 
MDAX            10.807,07  -0,87% 
TecDAX             768,55  -0,88% 
SDAX             4.936,66  -0,97% 

Kontakt zum Autor: michael.fuchs@dowjones.com

DJG/mif/cln

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