EuroStoxx 50: Taktischer Kauf?

Kategorie: boerse-go: Research | Datum: 29.06.2012

Nach den politischen Neuigkeiten eröffnete der EuroStoxx 50 mit einem Gap nach oben. Die (sehr) kurzfristige Entwicklung ist momentan nicht abzusehen, denn eine solche Lücke wird oft geschlossen. Manchmal am nächsten Handelstag und manchmal erst nach einigen Sitzungen. Zudem sind heute noch weitere Verluste möglich, so dass sich dieses Gap auf Tageschartbasis nochmals auflösen kann.

An dieser Stelle soll vielmehr das mittelfristige Bild analysiert werden. In erster Linie fällt auf, dass der EuroStoxx 50 seinen relativen Siegeszug gegen den DAX weiter fortführt. Das deutsche Börsenbarometer steigt nur behäbig an und zeigt bereits wieder einen schwarzen Körper (Letzter Kurs < Eröffnung). Mit Blick auf die kommenden Wochen lässt der europäische Index sicherlich steigende Kurse zu, eine generelle Umkehr ist aber noch nicht in Sicht. Mit dem Gesetz zur Wellengleichheit lässt sich eine Zick-Zack-Bewegung interpretieren, deren errechnetes Ziel bei 2.320 Punkten zu finden ist. Zuvor muss aber der Widerstand bei 2.240 Zählern überwunden werden. Doch was ist damit für die mittelfristige Tendenz gewonnen? Die aktuelle Aufwärtsbewegung mag für sehr kurzfristig orientierte Trader interessant sein.

Eine mittelfristige Wende zeigt sich nicht, die Gewinne müssen daher unter dem Begriff Erholung verbucht werden. Für einen ansteigenden Trend wird vielmehr ein Impuls benötigt. Dieser wird aber erst gezeigt, wenn die Kurse nach Erreichen des o.a. Ziels (Ende Juli?) nochmals abgeben und den dann zuvor ausgeprägten Hochpunkt übertreffen. Hierzu fehlen aber die Rahmenbedingungen, denn obwohl der Dow Jones Index gestern einen Großteil seiner zuvor generierten Verluste wieder aufholen konnte und nochmals sehr kurzfristiges Potenzial bis 12.870 Punkte hat, ist auch an der Wall Street noch keine nachhaltige Wende erkennbar.

Auch die Indikatoren lassen in Form des MACD noch eine (letzte?) Abwärtswelle zu, bevor der Trend dreht.

Fazit: Grundsätzlich hat sich das kurzfristige Bild etwas verbessert, Hinweise auf eine mittelfristige Wende haben wir aber noch nicht. Risikobereite Anleger können einen Kauf unter taktischen Gründen aber dennoch in Erwägung ziehen, denn im Chart lassen sich prägnante Marken finden: Sollte der Index nochmals unter das letzte Tief bei 2.121 Punkte fallen, wird eine Wende sehr unwahrscheinlich. Insofern kann dieses Niveau als Stopp-Loss fungieren.

Quelle: WGZ Bank

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