Euro-Rentenmärkte kaum verändert

Kategorie: Anleihe-News | Datum: 16.03.2010

Bundesanleihen und US-Treasuries notierten im Wochenvergleich nahezu unverändert. Die Marktberuhigung um Griechenland ließ Anleger wieder zu Risikopapieren wie Corporate Bonds und Emerging-Market-Anleihen greifen. Deren Primärmärkte belebten sich deutlich. Der Euro stabilisiert sich weiter.

Die zuletzt erfolgreiche Platzierung der griechischen Staatsanleihe hat in der vergangenen Woche für eine Beruhigung an den Staatsanleihemärkten gesorgt. Die Unterstützungszusagen für Griechenland - insbesondere von französischer Seite führten zu einer abnehmenden Risikoaversion.

Derzeit wird das Thema Länderrisiken von der Diskussion über die Gründung eines Europäischen Währungsfonds beherrscht. Dieser Fonds, von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als Europäischer Schuldenfonds bezeichnet, soll nach dem Vorbild des IWF etabliert werden. In der Diskussion zeichnen sich die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Institutionen ab. So will sich beispielsweise die Deutsche Bundesbank dagegen wehren, ihre Goldreserven auf den vorgeschlagenen Europäischen Währungsfonds (EWF) zu übertragen. Das Thema EWF wird uns, wie auch Griechenlands Schuldensituation, wohl noch lange begleiten. In dieser Woche werden die europäischen Finanzminister über das griechische Sparpaket beraten.

Am Rentenmarkt notierten zum Freitagsschluss die für den Euroraum richtungsweisenden 10jährigen Bundesanleihen mit 3,16 Prozent. Damit ergab sich im Wochenvergleich ein geringer Renditeanstieg (plus ein Basispunkt), welcher auch über die gesamte Zinskurve zu beobachten war. Die Stimmung im Staatsanleihesegment der Euro-Peripherieländer hat sich zuletzt jedoch weiterhin verbessert. Neben einer Verringerung der Risikoaufschläge griechischer Papiere ist auch deren Liquidität zuletzt deutlich angestiegen - dies trotz der Gerüchte um weitere kurzfristig anstehende griechische Anleihen im Volumen von 10 Milliarden Euro. Darüber hinaus gaben auch die Risikoaufschläge anderer Peripherieanleihen gegenüber Bundespapieren nach. Kaum merklichen Einfluss hatten hingegen die in der letzten Woche veröffentlichten Konjunkturdaten. Die Industrieproduktion im Januar (plus 0,6 Prozent) sowie der Export Deutschlands lagen unter den Erwartungen und bestätigten den schwachen Start in das Jahr 2010.

Ein ähnliches Bild ergab sich auch am US-Rentenmarkt. Die 10jährigen US-Treasuries gaben leicht nach und rentierten gegenüber der Vorwoche zwei Basispunkte höher bei 3,70 Prozent. Die Auktionen neuer Staatspapiere mit Laufzeit drei, zehn und 30 Jahren verliefen reibungslos und hatten kaum merklichen Einfluss auf die Renditen. Von konjunktureller Seite überraschten letzte Woche die Einzelhandelsumsätze positiv, was jedoch nicht zu einer markanten Belastung der Notierungen führte.

Risikotitel profitieren


Die nachlassenden Befürchtungen in Bezug auf die Länderrisiken ließen Spreadprodukte, also Papiere mit Risikoaufschlag, wieder verstärkt in das Blickfeld der Investoren rücken. Am Primärmarkt für Unternehmensanleihen wurden zahlreiche neue Papiere emittiert. Neben den klassischen Industrieanleihen wurden wieder zahlreiche Finanztitel angeboten. Die Wertentwicklung der neuen Papiere war jedoch sehr differenziert, da bei vielen Emissionen eine ambitionierte sprich teure Preisgestaltung zu beobachten war. Trotz des hohen Angebots an neuen Papieren konnten sich bereits im Umlauf befindende Titel (Sekundärmarkt) positiv entwickeln. Auf Indexebene (Merrill Lynch) gingen die Risikoaufschläge um fünf Basispunkte zurück. Ebenso erfreulich tendierten Anleihen aus den Emerging Markets. Weitere Mittelzuflüsse sorgten für rückläufige Risikoaufschläge im Hartwährungsbereich, also bei in US-Dollar oder Euro notierten Anleihen. Lokalwährungsanleihen konnten auf Indexebene ebenfalls deutlich hinzugewinnen. Interessante Neuemissionen, gute Konjunkturdaten aus Asien sowie Rating-Heraufstufungen für die Ukraine und Indonesien sorgen für hohe Nachfrage im Segment.

Euro stabilisiert sich


Der Euro konnte sich in den vergangenen Tagen im Bereich von 1,35 US-Dollar stabilisieren. Die nachlassende Verunsicherung um die Fiskalprobleme der Euro-Peripheriestaaten ist auch hierfür der wesentliche Faktor. Die US-Valuta, die im Falle einer hohen Risikoaversion an den Märkten den Status eines so genannten sicheren Hafens genießt, ist deshalb derzeit weniger gefragt.

Ausblick

In der laufenden Woche wird zweifellos die geldpolitische Sitzung der Fed im Blickpunkt der Anleger stehen. Die Fed hatte sich bisher dahingehend geäußert, dass die Niedrigzinspolitik - vor allem angesichts des fragilen US-Arbeitsmarktes - weiterhin Bestand haben wird. Die Finanzmärkte werden jedoch genau darauf achten, ob es in den Statements Änderungen bei den einschlägigen Formulierungen geben wird. Die Fed scheint nicht mehr geschlossen die derzeitige Geldpolitik zu vertreten. Einige Mitglieder warnten zuletzt im Rahmen der Fed-Kommunikation vor falschen Erwartungen bezüglich der künftigen Geldpolitik. In Deutschland dürfte am Dienstag der ZEW, der die Konjunkturerwartungen von 350 Finanzexperten widerspiegelt, von Interesse sein. Der Konsens liegt mit 43,1 Punkten zwei Punkte unterhalb der letzten Veröffentlichung.

Vom OPEC-Treffen am Mittwoch in Wien sind hingegen keine Überraschungen zu erwarten.

Quelle: Union Investment

Gegründet im Jahr 1956, zählt Union Investment heute zu den größten deutschen Investmentgesellschaften. Rund 161,9 Mrd. Euro verwaltete die Gesellschaft per 30. September 2009, davon 99,5 Milliarden Euro in Publikumsfonds. Die Produktpalette für private Anleger umfasst Aktien-, Renten- Geldmarkt- und Offene Immobilienfonds sowie gemischte Wertpapier- und Immobilienfonds und Dachfonds. Anleger erhalten diese Produkte bei allen Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Rund 4,6 Millionen Anleger nutzen überdies die Depotdienstleistungen der Union Investment.

Bild: ©iStockphoto.com/Nikada

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