Der britische Unternehmer Lord Simon Wolfson spendiert 284.000 Euro für ein Euro-Ausstiegsszenario.
Die Europäische Union (EU) und die Eurozone nebst der Einheitswährung Euro – dafür gab es Verträge und ein Regelwerk mit mehreren Tausend Seiten. An den möglichen Vorteilen haben sich die seinerzeitigen Politiker offensichtlich richtig berauscht, denn das Euro-Werk hat einige beträchtliche und grundsätzliche Webfehler.

Der Euro steht unter Wasser – kommt die Rettung ausgerechnet aus England? (Bild: privat)
Der bedeutendste: Ein möglicher Ausstieg eines EU-Mitglieds wurde überhaupt nicht in Betracht gezogen. Die Beteiligten sahen wir Werk anscheinend als in Stein für alle Ewigkeit gemeißelt an.
Angesichts der Probleme rund um Griechenland und anderer EU-Länder ruft der britische Unternehmer Lord Simon Wolfson nun Wirtschaftswissenschaftler, Ökonomen und Spitzenakademiker dazu auf, einen Plan für eine mögliche geordnete Abwicklung des Euro auszuarbeiten. Dazu lobt er einen Preis von 250.000 englischen Pfund (derzeit rund 284.000 Euro) aus.
»Es ist eine sehr reale Möglichkeit, dass politische oder wirtschaftliche Kräfte Staaten dazu zwingen, die Eurozone zu verlassen«, sagte Lord Wolfson letzte Woche bei der Vorstellung des Preises, der nach dem Nobelpreis die zweithöchst dotierte akademische Auszeichnung der Welt wäre. Dabei betont der Unternehmer – der auch zugleich Oberhaus-Abgeordneter in England ist –, dass er nicht das Ende der Einheitswährung herbeisehne: »Wie den meisten Unternehmern wäre es mir am liebsten, die Eurozone könnte stabilisiert werden. Aber wenn das nicht gelingt, darf Europa nicht wie eine Schlafwandlerin in ein politisches Vakuum stolpern.«
Ideen können bis zum 31. Januar 2012 eingereicht werden. Dass der Vorschlag nun ausgerechnet aus England kommt, die den Euro gar nicht erst einführten, grenzt fast schon an den berühmt-berüchtigten rabenschwarzen britischen Humor. Es gibt eben Ideen, da wundert man sich, warum sie noch keiner aufgegriffen hat. (eh)
Engelbert Hörmannsdorfer,
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