Frankfurt (BoerseGo.de) – Die Preisunterschiede auf den internationalen Gasmärkten sind derzeit so groß wie nie zuvor. Erdgas in Japan kostet wegen der Insellage und des Umstands, dass das Land aufgrund der Erdbebengefahr kein Erdgas über Pipelines bezieht derzeit rund 800 Prozent mehr als in den USA. Japan ist auf Importe von verflüssigtem Gas (LNG) angewiesen, berichtet die Commerzbank im Spezialreport „Rohstoffe kompakt Energie“.
Die Erdgaspreise in Europa liegen derzeit viermal so hoch wie in den USA. In Kontinentaleuropa wird dabei in der Regel 25 Prozent mehr für Gas gezahlt als auf dem Spotmarkt in Großbritannien. Der börsengehandelte US-Erdgaspreis spiegelt in erster Linie die Angebots- und Nachfragesituation in den USA wider, wo es eine massive Ausweitung des Angebots gegeben hat. Im letzten Jahr stieg die US-Erdgasproduktion um 8 Prozent und damit dreimal so stark wie die Nachfrage.
Produktionserfolge beim Schiefergas könnten dazu führen, dass die USA zum Selbstversorger werden. Die täglichen Nettoimporte waren im letzten Jahr so niedrig wie zuletzt im Jahr 1992. Dadurch sind die US-Erdgaslagerbestände kräftig gestiegen. Derzeit sind die Vorräte fast 60 Prozent höher als sonst im April üblich, was auch am warmen Winter liegt.
Der US-Erdgaspreis ist zuletzt erstmals seit mehr als zehn Jahren unter die Marke von 2,00 US-Dollar je mmBtu gesunken. Eine baldige Erholung der Preise wird von den Experten nicht erwartet. Erst gegen Ende des Jahres werde der Preis bei normalen Witterungsbedingungen wieder auf 2,00 US-Dollar (in Q3) und 2,50 US-Dollar (in Q4) steigen, so die Prognose.
