Düsseldorf (BoerseGo.de) – Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist zufrieden mit dem angeschlagenen Energiekonzern Eon, denn man hat sich auf einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit bis 2016 geeinigt. Der geplante Abbau von weltweit rund 11.000 Stellen soll ohne Entlassungen in Deutschland ablaufen, versprach der Dax-Konzern am Dienstagabend und wendete somit den befürchteten Arbeitskampf ab. Gleichzeitig konnte der Energieriese aber auch den gigantischen Personalabbau sichern.
Zwar entfallen dem Plan zufolge rund 6.000 Stellen in Deutschland, doch die Gewerkschaft hofft auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze an anderer Stelle im Konzern. Der Umbau sei schließlich „dynamisch“, sagte Verdi-Bundesvorstand Erhard Ott am Mittwoch im WDR2. Es könnten neue Beschäftigungsfelder erschlossen werden, sofern sich das Unternehmen in Zukunft zum Beispiel stärker auf erneuerbare Energien oder die dezentrale Erzeugung von Strom konzentriere. Daher könnte man nun keine konkrete Zahl nennen, wie viele Arbeitsplätze bis Ende 2016 tatsächlich wegfallen.
Ott verteidigte somit die Einigung der Gewerkschaften Verdi und IG BCE mit Eon. Es werde nur zu betriebsbedingten Kündigungen kommen, „wenn alle Stricke reißen“. Die Tarifkommission habe mit nur wenigen Gegenstimmen am Dienstag dem Kompromiss zugestimmt.
Eon muss mittels massiven Personalabbaus Kosten einsparen, da sich die Lage des Konzerns infolge des von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstiegs radikal verschlechtert hat. So soll beispielsweise die Zentrale des Tochterunternehmens Eon Energie in München geschlossen werden. Die Tarifeinigung sieht zudem soziale Sicherungen für die verbleibenden Mitarbeiter vor: Vorruhestandsregelungen, Abfindungen, die Gründung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft sowie die Einrichtung einer Transfergesellschaft.
Susanne Schulz
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