EZB kauft wieder Staatsanleihen von Italien und Spanien

Kategorie: Marktberichte (Dow Jones) | EZB-Nachrichten (Dow Jones) | Datum: 06.01. 15:18

LONDON (Dow Jones) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erneut in den Markt für Staatspapiere eingegriffen und Anleihen von Italien und Spanien gekauft, deren Renditen sich im Laufe des Tages in die Höhe geschraubt hatten. "Die EZB begann damit, zehnjährige Anleihen zu kaufen, verlegte sich aber danach auf Papiere mit einer Laufzeit von fünf Jahren", sagte ein Händler.

Die Zinsen für zehnjährige italienische Schuldtitel waren in den roten Bereich gestiegen und erreichten bis zu 7,12 Prozent. Dieses Niveau wird von Beobachtern als zu hoch eingeschätzt, um den Staat längerfristig zu finanzieren. Italien muss damit den Investoren verglichen mit Deutschland einen Aufschlag von 5,24 Prozentpunkten zahlen. Die EZB greift im Rahmen ihres Wertpapierkaufprogramms in den Bondmarkt ein und betont stets, damit die Wirksamkeit ihrer geldpolitischen Entscheidungen zu gewährleisten.

In den vergangenen zwei Wochen haben Investoren immer höhere Zinsen von den Italien und Spanien gefordert, weil sie das Risiko höher einschätzen, dass sie in die gleiche Lage wie Portugal, Irland oder Griechenland geraten. Italien und Spanien beginnen in der kommenden Woche ihre Refinanzierungsgeschäfte für das laufende Jahr. Spanien wird am 12. Januar versuchen, rund 5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt zu erlösen, während Italien einen Tag später etwa 7,5 Milliarden Euro einsammeln will.

Derweil lagern die europäischen Banken Liquidität in nie gekanntem Ausmaß bei der EZB ein, weil die Unsicherheit für Ausleihungen und Investitionen evident ist. Bisher zeigt das riesige dreijährige Refinanzierungsgeschäft, das die EZB kurz vor Weihnachten mit einem Volumen von knapp 500 Milliarden Euro platziert hatte, nicht die beabsichtigte Wirkung.

"Wenn wir keine Lösung der Krise bekommen, wird die Sorge darüber den Markt für Staatsanleihen weiter dominieren", sagte Rabobank-Analyst Richard McGuire.

Von Nick Cawley, Dow Jones Newswires, 49 (0)69 29725 300,

konjunktur@dowjones.com

DJG/DJN/chg/apo

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