EZB-Stark: Krise in Eurozone hält noch an
Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Deutschland, Europa | Top-Artikel | Datum: 20.10.2010
Die Situation Irlands sei nicht mit Griechenland vergleichbar. Die Lage in Irland habe sich wegen dem raschen Handeln der Regierung und deren klaren Ausrichtung auf Haushaltskonsolidierung stabilisiert. Diese Entwicklung lasse sich an den Finanzmärkten erkennen. Im übrigen sieht Stark die Euro-Mitglieder wegen deren Konsolidierungsbemühungen im Großen und Ganzen auf dem richtigen Weg. Die Situation an den Finanzmärkten habe sich beruhigt, aber es herrsche immer noch Unsicherheit vor. Ein Eingriff in funktionierende Märkte müsse jedoch vermieden werden. Daher gebe es die Erforderlichkeit zur ständigen Überprüfung der Angemessenheit und Notwendigkeit von stützenden Programmen. Diese Maßnahmen würden nicht der Subventionierung von Regierungen dienen. Es gehe einfach darum, die Funktion bestimmter Teile der Finanzmärkte zu gewährleisten. Deshalb könne ein auf einer geldpolitischen Entscheidung basierendes Hilfsprogramm jederzeit widerrufen werden. Die Staaten der Eurozone sollten sich daher nicht auf Stützungsmaßnahmen der EZB verlassen, sondern glaubwürdig ihren Haushalt konsolidieren. Die Situation an den Geldmärkten habe sich auf Jahressicht deutlich entspannt. Dort, wo die Märkte noch nicht ausreichend funktionieren greife die EZB nach wie vor unterstützend ein.
Die EZB habe das klare Mandat zur Preisstabilität. Niemand müsse sich Sorgen über dessen Nichteinhaltung machen. Die EZB sehe derzeit weder ein Risiko für Inflation noch für Deflation. Gleichzeitig sei bei der EZB bekannt, dass eine zu lockere Geldpolitik möglicherweise zu negativen Begleiterscheinungen führt. Deshalb gebe es genaue Beobachtungen über mögliche Verzerrungen an den Märkten. Niedrige Zinsen würden etwa den Anreiz zur Konsolidierung von öffentlichen Finanzen mindern. Er habe nicht das Gefühl, dass auf globaler Ebene ein Abwertungswettlauf in Gang kommt. Es gebe zwar eine potenzielle Gefahr, aber keine konkreten Anhaltspunkte, dass es dazu kommt. Jeder wisse darüber Bescheid, dass der Protektionismus die Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren verschärfte, führte Stark im Rahmen eine Interviews gegenüber der Tageszeitung “Die Welt“ weiter aus.
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