EZB: Ein weiterer Trippelschritt zum Ausstieg
Kategorie: boerse-go: Research | Datum: 04.03. 16:20
Ausstiegspolitik: Die EZB wird den Banken im Rahmen der 3-Monatstender nicht mehr wie bisher unbegrenzt Liquidität bereitstellen. Damit hat sie einen kleinen, weiteren Schritt unternommen, die während der Finanzkrise ergriffenen Sondermaßnahmen schrittweise zu beenden. Allerdings hat Präsident Trichet gleichzeitig versichert, dass sich die Banken bei den entscheidenden Hauptrefinanzierungsgeschäften gegen Sicherheiten bis mindestens Mitte Oktober weiter unbegrenzt Liquidität beschaffen können. Die EZB wird den Geldmarktmarkt noch auf Monate mit Liquidität fluten, der Tagesgeldsatz dürfte bis Mitte des Jahres weiter knapp 70 Basispunkte unter dem Hauptrefinanzierungssatz von 1,0% liegen.
Zinserhöhungen? Die EZB hat ihre Wachstums- und Inflationsprognosen nur wenig verändert. Basierend auf diesen Prognosen legt unsere Taylor-Regel einen Leitzins von lediglich knapp 1% nahe (siehe Grafik). Die nach wie vor schwachen Fundamentaldaten sprechen immer mehr dagegen, dass die EZB ihren Leitzins in diesem Jahr überhaupt noch erhöht.
Griechenland: Präsident Trichet hat zu Griechenland ein Kommuniqué verlesen, das die Bank bereits gestern veröffentlicht hatte. Demnach lobt die EZB die neuen Sparmaßnahmen der griechischen Regierung, erwähnt aber mit keinem Wort mögliche Hilfen. Offenbar will die EZB solche Hilfen, die im Maastricht-Vertrag verboten sind, vermeiden.
Quelle: Commerzbank
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