London (BoerseGo.de) – Die Wachstumsschwäche der Euro-Peripherie-Länder hat im Mai auch auf die Kernländer übergegriffen. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Eurozone ging nach endgültigen Zahlen von 45,9 Punkten im Vormonat auf 45,1 Punkte im Mai zurück, teilte das Londoner Marktforschungsinstitut Markit Economics am Freitag mit. Damit lag der Wert allerdings noch knapp über der Prognose von 45,0 Zählern.
Dennoch hat sich die Talfahrt im Mai weiter beschleunigt. Hohe Produktions- und Auftragseinbußen sorgten abermals für einen Stellenabbau. Seit zehn Monaten schrumpft die Eurozone-Industrie nun bereits ununterbrochen. Lediglich Irland signalisierte noch leichtes Wachstum, Österreich näherte sich der Stagnation weiter an, in allen übrigen Ländern kam es zu Geschäftseinbußen gegenüber April.
„Dies zeigt, dass sowohl die Finanzkrise als auch die politische Unsicherheit mittlerweile verheerende Auswirkungen auf die Realwirtschaft im gesamten Währungsgebiet haben. Zwar sind die Wachstumseinbußen bei weitem nicht so gravierend wie zum Höhepunkt der Krise 2008/2009, doch die Lage verschlechtert sich in alarmierendem Tempo“, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson laut Pressemitteilung. Der Industrie-Sektor schrumpfe um 1 Prozent auf Quartalsbasis und dürfte sich damit auch im zweiten Quartal zur Wachstumsbremse Nummer eins aufschwingen.
Spanien löst Griechenland als Schlusslicht ab
In allen vier Schwergewichtsländern der Eurozone gehe es mittlerweile in Besorgnis erregendem Tempo bergab. Am schlimmsten sei die Lage momentan wohl in Spanien, das Griechenland als Schlusslicht abgelöst habe, fuhr Williamson fort. Hoffnung gebe es nur wenig: „Zwar ist momentan keine Lösung der Krise in Sicht, doch könnte die Abschwächung des Euro einen Hoffnungsschimmer liefern und den darniederliegenden Exporten wieder auf die Beine helfen. Angesichts der höchsten Verluste beim Exportneugeschäft seit sechs Monaten ist davon momentan jedoch noch nichts zu spüren.”
